Gesellschaft besser machen

Gesellschaft besser machen

Claude Toussaint erklärt, wie Roboter emotional werden.

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Claude Toussaint, der Vater des empathischen Roboters Navel im Gespräch.

Menschen können empathisch handeln, ohne in diesem Augenblick selbst Empathie zu empfinden. Roboter können empathisch handeln, ohne jemals etwas zu empfinden.

Denn da Roboter kein Bewusstsein besitzen, fehlt ihnen generell die Fähigkeit, Empathie, Emotionen oder Ähnliches zu empfinden. Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, die Empfindungen, Emotionen und Gedanken einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. In diesem Wortsinn kann Robotern ohne Bewusstsein daher keine Empathie zugesprochen werden.

Empathie bezeichnet jedoch auch die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen bzw. Handeln. Daran lassen sich Roboter messen. Empathie ist dem Menschen von Natur aus eigen. Doch wenn wir diese Veranlagung nicht pflegen oder andere Werte wie Effizienz priorisieren, geht Empathie im Alltag verloren.

Im Gegensatz dazu können auf Empathie ausgelegte Roboter mühelos immer einfühlsam handeln. Eine Studie der University of California hat die empathischen Reaktionen von Ärztinnen und Ärzten und der Künstlichen Intelligenz ChatGPT auf medizinische Fragen von Patienten analysiert. Die Antworten von ChatGPT erreichten etwa zehnmal häufiger die höchsten Empathiewerte als die der Ärztinnen und Ärzte.

Das bedeutet nicht, dass KI oder Roboter grundsätzlich empathischer handeln als Menschen. Menschliche Empathie beinhaltet ein inneres Empfinden und ermöglicht uns eine feinfühligere, flexiblere Wahrnehmung von Situationen im Vergleich zu Robotern – vorausgesetzt, wir wollen es. Die Freiwilligkeit und das innere Empfinden machen das empathische Handeln eines Menschen wertvoll und einzigartig im Vergleich zu der empfindungslosen Empathie eines Roboters. Gleichwohl besitzen soziale Roboter sogenannte soziale Superkräfte, in denen sie Menschen sogar überlegen sind wie endlose Geduld und Aufmerksamkeit oder bedingungslose positive Zuwendung. Dies von Menschen 24/7 zu verlangen, wäre tatsächlich unmenschlich.

Claude Toussaint und sein Team bei Navel robotics entwickelt deshalb den sozialen, emphatischen Roboter Navel. Erfahren Sie wie die Menschen auf Navel reagieren und warum sie mit ihm zusammen sein möchten.

Zum Aging with Tech Festival: koerber-stiftung.de/projekte/ageing-with-tech/ageing-with-tech-festival-2024 Zur Studie "Uncover: Smart Aging": koerber-stiftung.de/projekte/ageing-with-tech/uncover-smart-ageing Zu Nave robotics: navelrobotics.com


Kommentare


Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.

Über diesen Podcast

Wie können wir Polarisierung begegnen – und Europa stärken? In „Gesellschaft besser machen“ spricht Moderatorin Muschda Sherzada alle zwei Wochen mit Persönlichkeiten aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und Wissenschaft über die drängendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Verständlich, lösungsorientiert und nah an aktuellen Debatten liefert der Podcast neue Perspektiven, konkrete Ideen und Inspiration für ein starkes Europa und gesellschaftliches Miteinander. Ein Podcast der Körber-Stiftung.

von und mit Körber-Stiftung

Abonnieren

Follow us