00:00:00: Du denkst natürlich mit, welche Neunzig Sekunden könntest du aus dieser Rede rausschneiden um bei Social Media einzustellen?
00:00:07: Du merkst dass sie explizit für Social Media geschrieben sind.
00:00:12: Wie können wir Polarisierung begegnen und Europa stärken?
00:00:16: Hi ich bin Muster Scherzader und das ist Gesellschaft besser machen.
00:00:20: ein Podcast der Körber Stiftung.
00:00:22: hier spreche ich alle zwei Wochen mit verschiedenen Menschen die genau diese Fragen bewegen.
00:00:31: Politische Entscheidungen sind oft Abwägungsfragen, bei denen persönliche Überzeugungen und Sachzwinge aufeinander prallen.
00:00:37: Mein heutiger Gast Rasha Nasser kennt dieses Spannungsfeld sehr genau.
00:00:41: die SPD-Bundestagsabgeordnete aus Sachsen setzt sich intensiv für Migrations- und Integrationspolitik ein Themen, die durch ihre eigene Familiengeschichte eine besondere Relevanz haben Denn Nasser ist die Tochter syrischer Einwanderer.
00:00:55: Doch der Berliner Politikalltag erfordert oft Kompromisse, die auch die eigenen Standpunkte heraus fordern.
00:01:00: Wie geht man mit diesem um.
00:01:02: Und wie bewahrt man die eigene Linie in einer Debattenkultur, die sich zunehmend polarisiert?
00:01:06: Darüber spreche ich heute mit Rasha Nasser, die zur Vermittlung demokratischer Prozesse auch mal ungewöhnliche Wege geht – zum Beispiel Buckhunt!
00:01:14: Schön dass du da bist.
00:01:16: Ja vielen Dank für die Einladung des Freundes.
00:01:18: Wir haben uns im Vorgespräch schon aufs höfliche Du geeinigt.
00:01:21: Freut mich sehr liebe Rasha, dass du heute Zeit für uns hast.
00:01:24: Vielleicht
00:01:25: kannst du uns einmal erklären was Butterkekse.
00:01:31: Ich bin eine leidenschaftliche Hobbybäckerin, ich habe damit im Studium angefangen in meiner ersten Prüfungsphase.
00:01:36: Ich erinnere mich noch, es brauchte einer Ablenkung von dem Stress und das ist bis heute etwas wo ich den Kopf wirklich abschalten kann.
00:01:42: und wir haben im Wahlkampf, dass das Format Cupcake Politics entwickelt und backen ist so ein bisschen die Politik.
00:01:50: man braucht die richtigen Zutaten, man braucht richtige Menge echt auch geduld und dann kann am Ende auch was Gutes bei rauskommen.
00:01:57: Und wir haben festgestellt, dass das ein Weg ist der etwas ungewöhnliches ist um Politik etwas nahbarer zu machen und wir haben immer daraus gesetzt snackable Content zu machen.
00:02:07: insofern passt es auf so vielen Ebenen.
00:02:11: Jetzt habe ich damit wieder angefangen mit Political Cakes und zwar tatsächlich der Vorstärk einer meiner Followerin, worüber ich mich auch sehr gefreut hab.
00:02:18: Bitte bring das Backen zurück!
00:02:20: Und deswegen habe ich unter anderem auch schon Butterkekse gebacken anlässlich des Frauentages um zu zeigen dass Backen eben was nicht per se weibliches ist weil irgendwer eine Frau das mal zugeordnet hat sondern weil wir einfach selbst entscheiden was wir machen wollen und was nicht.
00:02:36: Und das macht es ganz wahrscheinlich auch viel zugänglicher, oder?
00:02:39: Also weil du bist ja wirklich nicht nur am Backen sondern während du backst erklärst du politische Themen einfach aufbereitet
00:02:47: Genau!
00:02:47: Das war auch ein Versuch auch Forschelmedia zu bespielen auch dieser wie soll ich sagen eigentlich der Widerspruch zwischen dem was du siehst und dem was Du hörst und das macht ist auch irgendwie wieder etwas entspannend.
00:03:02: Und ja, es ist tatsächlich ein Weg, Politik anders zugänglich zu machen und die Reaktionen zeigen mir auch das Leute.
00:03:08: Das auch gerne annehmen was mich natürlich freut weil ich dadurch mein Hobby mit dem verbinden kann was ich hauptberufliches mache.
00:03:15: aber sie ist auch sehr liebe.
00:03:16: Ja, also mich hast du auf jeden Fall damit gekriegt.
00:03:18: Weil ich wirklich ... Ich hatte den Ton nicht an und war total irritiert als ich dich in der Küche gesehen habe mit der Schirz, sondern bleibt mir natürlich kurz stehen.
00:03:24: Also es ist ein guter Rampstopper wie man das ja auch nennt hält die Leute auf.
00:03:28: Ich hab gerade, als ich dich vorgestellt hab diese Spannungsfeld beschrieben was politische Entscheidungsträgerinnen mit sich tragen.
00:03:36: Das hast Du auch im Jahr zwanzig schmerzhaft zu spüren bekommen.
00:03:39: um den Koalitionsvertrag zu wahren Hast Du für die zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs gestimmt der mich als Politikerin fast gebrochen hätte, weil du gegen deine inneren Überzeugungen handeln musstest.
00:03:51: Wie schwer wiegt denn eigentlich Fraktionszwang im Verhältnis zum freien Mandat?
00:03:55: Was vielleicht noch mal zur Ergänzung im Grundgesetz beschrieben wird.
00:03:58: mit Sie sind Vertreter des ganzen Volkes an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
00:04:04: Genau!
00:04:05: Und trotzdem ist es wichtig dass man sich darauf verlassen kann das eine Fraktion auch geschlossen stimmt und es war eben sehr auf... Geheizte Zeit, ich meine anderthalb Monate vorher hatten wir die fast gescheiterte Kanzlerwahl.
00:04:19: Friedrich Merz ist im zweiten Wahlgang erst zum Bundeskanzler gewählt worden.
00:04:23: Werden kurz danach den Streit um die Wahl des Bundesverfassungsgerichts, das Wort Frau Koprosius-Gerstorff bis heute auch eine Sache, die mir wirklich schweren Magen liegt.
00:04:32: und an diesen Gesetz hat sich das erste Mal wirklich der Konflikt in dieser Koalition nicht nur aufgeladen, sondern entladen.
00:04:43: Und es lag vor allem daran dass im parlamentarischen Prozess keine Veränderung oder Verbesserungen in dem Sinne möglich waren oder zustande gekommen sind.
00:04:52: Das habe ich in meiner Rede damals im Plenum auch sehr deutlich gemacht wie kritisch wir das als SPD sehen und war mir auch wichtig, da den Raum zu nehmen und zu zeigen.
00:05:01: Eine SPD würde wenn sie alleine regieren würde oder mit anderen Koalitionspartnern sowas nicht mittragen.
00:05:07: Und trotzdem wird sie nichts ohne Not ein Koalationsbruch herbeiführen wie das die FDP in der letzten Legislaturperiode gemacht hat was da passiert ist.
00:05:18: Wir erinnern uns alle daran.
00:05:19: Das hat diesen Landnis gut getan.
00:05:22: Trotzdem war es die falsche Entscheidung.
00:05:24: also so viele Gleichzeitigkeiten.
00:05:28: Wirklich auch in der Tiefe meines Herzens wehgetan, weil als Mutter die Vorstellung einfach über Jahre getrennt zu sein.
00:05:37: Nicht nur von meinem Mann, aber auch von meinem Kind ist eine grauenhafte Vorstellung und das ist Verantwortung dafür, Trage des Familien voneinander getrennzend.
00:05:46: Das ist was mit uns nach Hause geht und womit wir auch klarkommen müssen.
00:05:50: Manche kommen besser damit klar als andere.
00:05:53: Ich finde es bis heute wirklich schrecklich, dass wir das gemacht haben.
00:05:56: Das Verrückte an Realpolitik und ich habe im letzten Sommer das erste Mal wirklich gemerkt, was Realpolitik ist.
00:06:02: Ist dass wir den Familiennachzug gerettet haben dadurch, dass wir ihn für zwei Jahre ausgesetzt haben und das Markabsort krehen.
00:06:09: Und es ist vielleicht auch aber das steht am Ende als Ergebnis und er wird wieder eingesetzt.
00:06:15: Wir haben jetzt einen Jahr geschafft quasi ein Jahr müssen wir noch und dann geht's zurück in die alte Rechtslage.
00:06:21: Realpolitik bedeutet ja aber auch, mit den Konsequenzen leben zu müssen und die hast du auch persönlich zu spüren bekommen damals.
00:06:28: Du wurdest auf offener Straße als Kindermörderin beschimpft was ja wirklich krass ist und ich würde jetzt mal sagen wir sind uns alle einig Politikerinnen und Politiker wurden schon immer angegriffen schon immer persönlich beschimpf.
00:06:39: das ist jetzt nichts Neues.
00:06:40: Aber würdest du sagen dass hat ein ganz neues Ausmaß mittlerweile wo?
00:06:46: du hast auch selbst gesagt, wir werden gar nicht mehr als Menschen wahrgenommen teilweise.
00:06:49: Ist das Social Media zu verdanken?
00:06:52: Ich denke es hat einen Anteil auf jeden Fall.
00:06:55: aber vielleicht noch mal zu dieser Situation letzten Sommer.
00:06:58: was auch mein Fehler war in der Kommunikation und hier geht's ja auch um politische Kommunikations ist dass ich den Eindruck erweckt habe dass ich diejenige bin die hier Leid ertragen muss.
00:07:11: also Das hat die Leute getriggert, dass ich quasi den Eindruck erweckt habe.
00:07:17: Dass es mich als Opfer darstelle weil Menschen jetzt böse mit mir sind und das war natürlich kein besonders kruger Schachzug.
00:07:23: Und für mich auch noch mal was in Sachen Kommunikation wo ich etwas dazu gelernt hab und dafür bin Ich auch dankbar.
00:07:28: und trotzdem Es ist keine Rechtfertigung dafür, Menschen auf offener Straße anzugreifen.
00:07:33: Also es ist ja nicht bloß bei einer verbalen Beleidigung geblieben.
00:07:36: Ich bin ja auch körperlich angegriffen worden.
00:07:39: Es sind Morddrohungen gegen meine Tochter ausgesprochen worden die zu dem Zeitpunkt noch nicht mal ein Jahr alt war.
00:07:44: und wenn du Nachrichten bekommst in denen steht Wenn ich das nächste Mal auch der Straße sehe habe ich einen Messer für dich und deine Tochter dann ist er einfach gewalt.
00:07:52: Und das Internet ist kein rechtsfreier Raum und diese Androhung natürlich zeige ich sowas auch an.
00:07:57: aber ich glaube schon dass Social Media und die Anonymität des Internets dazu beiträgt, dass Menschen sich mehr trauen.
00:08:05: Vielleicht auch natürlich auch Dinge, die sie auf offener Straße menschlich ins Gesicht sagen würden.
00:08:09: Und trotzdem entsteht durch solche Dynamiken im Internet eben auch was im realen Leben.
00:08:14: Das habe ich am Tag der Abstimmung tatsächlich auf dem Weg nach Hause zu spüren bekommen.
00:08:19: Ich glaube schon, wenn du in Blasen unterwegs bist, die immer wieder dein eigenes Weltbild bestätigen Hast du vielleicht irgendwann auch das Selbstbewusstsein, Menschen im ersten Leben anzugreifen?
00:08:33: Und dieses Problem bekommen ja sehr viele Menschen in Politikbetrieb zu spüren.
00:08:37: Es gibt eine Umfrage der Körperstiftung beispielsweise.
00:08:39: hier haben sieben und dreißig Prozent der ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen angegeben dass sie eben aufgrund ihres Amts bereits beleidigt oder bedroht wurden.
00:08:47: wird es so sagen?
00:08:48: es gibt Unterschiede miteinander zwischen kommunaler und bundesebene.
00:08:52: und wie ist eigentlich der Ton im politischen Maschinenraum selbst in Berlin?
00:08:56: Also ich sag mal, der Begriff die da oben kommt ja nicht von ungefähr.
00:09:00: Je weiter weg die politische Ebene des so mehr Misstrauen wahrscheinlich auch.
00:09:05: aber wir merken ja auch in den letzten Jahren dass auch Kommunalpolitikerinnen und Politiker immer öfter im Hass ausgesetzt sind.
00:09:12: es geht damit los das Ehrenamtliche beim Plakatieren während des Wahlkampf angegriffen werden.
00:09:17: das Ende damit dass Matthias Ecke Europa Abgeordneter in Dresden verprügelt wird krankenhausreif geschlagen wird.
00:09:24: Das ist ein massives Problem.
00:09:26: Ich versuche das bei uns in Sachsen immer so ein bisschen mit den Kreisgebietreformen, in den neunziger Jahren auch zu erklären.
00:09:32: also es wurden immer mehr Gemeinden zusammengelegt, Gemeinden wurden größere Landkreise entstanden und die Verwaltung zentrierte sich dann eben an einem bestimmten Ort und im Zweifel brauchtest du dann eben auch immer länger um irgendwie Kontakt zu deiner Verwaltung zu bekommen.
00:09:48: Es bin sehr feste Überzeugungen dass Politikverdrossenheit, Ausverwaltungsverdroßenheit auch resultiert.
00:09:55: Und wenn noch mehr Bürokratie aufgebaut wird und die Irre teilweise ist auch nur ein Personalausweis zu beantragen oder du immer weitere Strecken zurücklegen musst um eben Auskunft zu erhalten und vielleicht nicht alles digital lösen willst dann entsteht eine eine natürliche Distanz und ich glaube daraus kann eben auch diese Verdrossenheit resultieren.
00:10:18: Und wenn dann noch dazu kommt, dass so viele Krisen wie wir sie erlebt haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten sei es die Weltwirtschaftskrise, sei es seines Krieges sein ist – wie soll ich sagen geopolitische Umwälzungen, denen wir ausgeliefert sind oder das Gefühl haben ausgeliesfert zu sein wie einer Pandemie und Menschen zu oft auf der Verliererseite stehen?
00:10:42: Dann natürlich entsteht ein Misstrauen auch gegenüber Politik, weil Politik dafür da ist das Leben von Menschen im besten Fall zu verbessern.
00:10:49: Und wenn dann der Bundestag Dinge entscheidet die Länder umsetzen sollen sie das dann wiederum den Kommunen weitergeben und der Bund immer mehr bestellt und bestellt, und die Kommunen aber nicht hinterherkommen weil sie ja auch finanziell nicht gut dastehen.
00:11:03: Dann wiederum kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ja nicht das Positive an, sondern dass was alles schiefläuft.
00:11:09: Und dass die Bürgermeisterin und Bürgemeister Stadträte und Stadträte Gemeinderäte ausbaden müssen – das ist natürlich nicht fair!
00:11:16: Ist das was du gerade beschrieben hast für dich ein Gesamtdeutsches Problem?
00:11:20: Oder du hast gerade das Beispiel Dresden genannt, du kommst selbst aus Sachsen, du vertrittest den Wahlkreis im Bundestag... ...und ganz oft gibt's ja diesen Blick auf Ostdeutschland Ostdeutschlands besonders polarisiert, alle sind gespannt auf die Wahlen.
00:11:32: Die Gräben sind noch tiefer der Frust ist sehr groß.
00:11:35: Findest du das dieses Thema oft verkürzt oder auch falsch dargestellt wird?
00:11:40: Oder ist es schon die Realität wenn wir jetzt aus Deutschland gucken oder speziell auf Sachsen in deinem Fall?
00:11:45: Wir sagen ja seit Jahren Achtung schaut her was hier passiert!
00:11:48: Seit Jahren und das wurde immer so ein bisschen belässelt.
00:11:51: ja ja Ostdeutzschland so dass die Nazis da und so weiter.
00:11:55: Das bei uns ist das nicht so schlimm.
00:11:56: Jetzt haben wir über all das Problem, dass dieses Misstrauen so massiv geworden ist.
00:12:01: Dass eben auch in der Perspektive klassischen SPD hochbogen die AfD ihre Ergebnisse verdoppelt und es hat mit einer gewissen, ich sag mal vielleicht auch Arroganz, wenn man sie so nennen will politische Klasse zu tun nicht auf der kommunalen Ebene.
00:12:18: Das möchte ich explizit sagen an der Stelle weil Man merkt schon, dass das Raumschiff Bundestag wirklich eins ist.
00:12:25: Und je länger Menschen auch in diesem Raumschriff unterwegs sind sie vielleicht mehr Gefahr laufen den Blick für vor Ort zu verlieren.
00:12:32: Wie höher es fliegt?
00:12:34: Ja aber deswegen ist es ja auch so wichtig, dass wir in unseren Wahlkreisen auch verankert und unterwegs sind.
00:12:39: Aber worauf ich eigentlich hinaus bin, dass die Debattenkultur wie wir sie führen nicht mehr darauf ausgelegt ist Zeit und Raul nehmen, Dinge zu diskutieren in ihrer Komplexität.
00:12:51: Es hat auch damit zu tun dass es eine Kraft in diesem Land gibt die sehr einfache Antworten gibt und sehr schnelle Lösungen verspricht.
00:12:57: das wir nicht liefern können was andere versprechen ist aber wiederum auch unsere Schuld über und also wird uns zugeschrieben als Schuld.
00:13:05: Und deswegen müssen wir schon auch überlegen, wie können wir politische Prozesse optimieren?
00:13:09: Wie kann es effektiver laufen?
00:13:11: Wie kommen wir schneller zu Ergebnissen?
00:13:13: Aber eben auch Säusenergebnisse die jetzt nicht einfach nur verprofen sondern die tatsächlich eine konkrete Auswirkung haben im besten Fall eine Verbesserung nach sich ziehen.
00:13:23: Und was ist in den letzten Jahrzehnten eben nicht geglückt?
00:13:26: so ehrlich muss man auf sein
00:13:28: Bevor wir über mögliche Lösungsansätze sprechen, vielleicht noch mal ganz kurz das Thema Migration.
00:13:33: Was ja extrem polarisiert.
00:13:35: Warum triggert dieses Thema so heftig?
00:13:38: und würdest du sagen?
00:13:39: Das Thema ist im Osten ganz anders geprägt als im Westen.
00:13:43: beispielsweise
00:13:44: Petra Köpping ist Vizeministerpräsidentin hier in Sachsen und war zu dem Zeitpunkt der Flüchtlingskrise.
00:13:53: Es ist so hoch hergegen, war sie Integrationsministerin in Sachson und sie stand am Rande einer Pegida-Demonstration.
00:14:00: Und da haben Menschen zu ihr gesagt Frau Köpping Sie mit ihren Flüchtlingen integrieren sie doch erst mal uns.
00:14:05: und das fand ich einen sehr spannenden Satz weil dahinter steht eine Realität die man nicht vergessen darf nehmen ist dass viele Ostdeutsche den Eindruck haben die einfach beigetreten sind aufs Vorheitsgebiet des Grundgesetzes, ohne dass ihre eigene Lebensrealität ihre Geschäste, die wie durchlebt haben auch nur einen Funken wert hatte für das was die Bundesrepublik dargestellt hat.
00:14:27: Und das sitzt tief.
00:14:29: und daher kommt auch dieses Denken integrieren sie doch erst mal uns.
00:14:32: und es ist deshalb so emotional weil schon zu dem Zeitpunkt zwei tausend fünfzehn und auch folgende Jahre wir gemerkt haben Nicht nur in Ostdeutschland, auch in anderen struktur-schwachen Gebieten.
00:14:46: In der ganzen Bundesrepublik Menschen es immer schwerer hatten ihren Lebensalltag zu bestreiten.
00:14:50: und auf einmal traf da so eine neue Gruppe neben sie Und für die war auf einmal ganz viel Geld da.
00:14:55: Es wurde Infrastruktur aufgebaut, es wurden Dinge implementiert.
00:14:59: Es ging auf einmal, gings schnell und es gab Lösungen und das war eben so eine Blaupause dafür zu sagen naja aber hey wo sind wir denn eigentlich geblieben?
00:15:07: Was ist denn eigentlich mit uns?
00:15:09: Das ist ja auch nicht unberechtigt.
00:15:10: Es ist aber keine Rechtfertigung dafür sich mit Nazis auf die Straße zu stellen und den Rest in der Arm zu heben und Nazi-Parolen zu skandieren.
00:15:16: was wir aber glaube ich falsch gemacht haben auch in der Corona-Pandemie war, so reflexhaft Leute in die Ecke zu stellen.
00:15:24: Zu sagen ihr seid alle rechts, ihr seid allen Nazis.
00:15:27: und ich sage es jetzt meist für mich als ausdeutsch geprägte Person und das ist zumindest eine Mentalität, die ich hier oft kennengelernt habe, dass wir relativ dickköpfig sind.
00:15:35: Und wenn man uns das sehr, sehr oft sagt, ja ich hab' das sehr oft erlebt, dass Menschen dann reagiert haben, ja alles klar und bin ich halt ein Nazi?
00:15:41: Dann ist es halt so, wenn du mich so siehst bitte sei es drum!
00:15:44: So.
00:15:44: und das hat jetzt nicht dazu beigetragen, dass Wir zu einem Kompromiss gefunden haben ein Punkt, woran die Gemüter so aufheizen.
00:15:53: Und jetzt haben wir auch erlebt, dass eben nicht alles funktioniert hat seit zwei Tausend Fünfzehn.
00:15:58: So realistisch muss man das auch debattieren können ohne sofort in diese schwarz-weißen Debatten abzugleiten.
00:16:05: aber genau das haben alle kollektiven Sinn bekommen miteinander und das ist ein Problem.
00:16:09: Also wir hören auf jeden Fall natürlich raus, es ist unglaublich viel schief gelaufen.
00:16:13: Es herrscht extrem viele Misstrauen dafür gibt's ja auch genügend Studien und Zahlen die das belegen vor allem in die Bundesregierung.
00:16:19: und dass es einfach extrem viel Mist passiert muss man einfach so sagen.
00:16:24: Und wenn der Ton im politischen Alltag eben rauer wird dann braucht es manchmal auch Alternativen oder auch so kleine Hoffnungsschimmer die zeigen dass es auch anders geht.
00:16:32: und ein kleines Signal war beispielsweise dein kürzlich erschienener Podcast mit Heidi Reichenig von den Linken.
00:16:39: Das war drei junge Frauen, die gemeinsam überparteilich über Herausforderungen sprechen und versuchen nach Lösungen zu schauen.
00:16:47: Ich hatte das Gefühl, ich habe mich ein bisschen durch die Kommentare gewühlt, dass das ziemlich gut angenommen wurde.
00:16:52: Dass auch viele gesagt haben ... Ich bin nicht unbedingt größter Fan der SPD beispielsweise oder von den Linken, aber ich finde es gut dass sich hier drei Menschen zusammensetzen und miteinander sprechen.
00:17:01: War das für euch auch so ein Moment der Selbstvergewisserung zu sagen wir sind nicht mehr allein mit dem Druck?
00:17:07: Und wir teilen das jetzt sozusagen auf verschiedene Schultern auf und tun uns jetzt mal zusammen.
00:17:11: Und meine zweite Frage wäre diese wenn das so gut ankommt eine überparteiliche Allianz könnte man's ja nennen.
00:17:17: warum erleben wir das so selten im politischen Alltag?
00:17:20: also was steht da im Wege?
00:17:23: Also Heidi Riccardo und ich, wir haben nicht erst mit dem Selfie was tatsächlich am Tag der Nichtwahl von Frau Kuprozius Gerstorff entstanden ist.
00:17:32: Den Kontakt miteinander gefegt sondern schon eine Weile und das ist uns auch einfach für uns drei wichtig gewesen.
00:17:38: Auch so ne Selbstvergewisserung wie du auch schon gesagt hast zu sehen.
00:17:41: Wir sind nicht alleine damit und es gibt auch in den anderen progressiven Parteien Menschen die Netzwerke suchen.
00:17:48: Und ich finde, das ist etwas, was progressiver nicht nur im parteipolitischen Kontext auch im zivilgesellschaftlichen Kontext viel zu lange vernachlässigt haben diese Netzwerken zu bilden und andere Machtoptionen auch sich aufzuhalten oder in der Hinteracht anzuhaben wenn man so will.
00:18:04: natürlich gibt es auf jeder Seite in diesen drei Parteien gibt es Menschen die lang niemals um Himmels Willen würde ich mit den Winken niemals würde ich mir den Grünen niemals wird es mit der SPD und trotzdem ist es wichtig diesen Kontakt zu haben und dieses Gespräch zu führen.
00:18:20: Und ja, wir hatten auch den Eindruck dass es sehr viele Menschen gab die genau dieses Signal auch brauchten besonders in dieser Zeit wo es sehr viel Angriffe gibt auf vermeintlich woke Themen die eigentlich soziale Themen sind.
00:18:32: Riccata sagt das auch in der Folge die jetzt öffentlich ist die eine große mehrheitliche gesellschaftliche Zustimmung haben die als naiv dargestellt werden als linke Spinnerei wie auch immer um da zusammenzukommen dieser gesellschaftlichen Mehrheit auch zu zeigen.
00:18:47: Es gibt auch Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die an eurer Seite sind, die es politisch genauso sehen, die gerne versuchen wollen dieses Ziel zu erreichen gemeinsam im besten Fall.
00:19:00: Das war uns wichtig dieses Signal zu wenden.
00:19:02: ob es irgendwann mal eine rot-rot grüne Regierungsoption geben wird Keine Ahnung.
00:19:08: Ich sage immer, man darf ja noch hoffen und jetzt bin ich ganz ehrlich, ich habe die zweite Frage schon wieder vergessen.
00:19:15: Warum erleben wir so etwas selten im politischen Alltag?
00:19:18: Ja genau!
00:19:22: Was steht da im Weg?
00:19:22: Parteipolitik und auch tagespolitische Taktiererei.
00:19:26: Also es geht ja ganz oft darum, sich selbst dann auch ins Schaufenster zu stellen und zu sagen hey das haben wir jetzt rausgeholt!
00:19:32: Wir haben die Regierung an der Stelle geärgert.
00:19:34: durch unsere Anfrage ist das und das rausgekommen und deshalb sind die anderen schlecht und da auch wieder sehr in progressiven Lager auch um sich selbst gegenseitig Dinge vorzuwerfen.
00:19:45: wer jetzt irgendwie ein schlechter Mensch ist oder weniger moralisch wer jetzt was waren gesagt hat Ob eine bestimmte Reihenfolge von Forderungen besser gewesen wäre, ist so wie man.
00:19:54: Also verlieren uns in so kleinen Dingen die uns jetzt in der Blase vielleicht richtig erscheinen mögen aber für die große Konsequenz vielleicht nicht die Auswirkung haben.
00:20:03: in der Realität und da sich wieder darauf zu besinnen das ist in der Tagespolitik kaum möglich.
00:20:10: Umso wichtiger war es für uns drei zu sagen wir schaffen uns diese Insel wenn nehmen uns die Zeit auch darüber zu sprechen auch über Dinge, die wir unterschiedlich sehen.
00:20:19: Dass es auch wichtig ist aber eben zu sehen.
00:20:21: hey!
00:20:22: Es gibt da Gemeinsamkeiten und ehrlicherweise auch in dieser Gesellschaft verbindet uns viel mehr als uns Trend.
00:20:28: Aber wir legen soviel Wert darauf unseren Fokus darauf zu legen was uns trennt und uns dadurch irgendwie besser zu fühlen.
00:20:36: Ich finde das immer eine schlechste Idee sich auf Kosten anderer zu profilieren.
00:20:41: Das brauche ich jetzt persönlich nicht.
00:20:45: Wie soll ich sagen, wir kämpfen alle um die Aufmerksamkeit und dann nutzen wir sie lieber für uns selbst als zu sagen hey aber die Linken sind auch cool oder die Grünen sind auch Cool.
00:20:54: Insofern ist das ein Versuch diese Insel zu schaffen.
00:20:57: Glaubst du dass es ein neues Phänomen also dass das früher nicht so extrem
00:21:01: war?
00:21:02: Ich glaube, politisch Streit gab es schon immer.
00:21:04: Auf jeden
00:21:04: Fall.
00:21:05: Das gehört auch einfach dazu.
00:21:07: Ich glaube man hat auf einem anderen Niveau diskutiert und man hatte trotzdem noch wertschätzende Worte für den politischen Gegner.
00:21:13: also wenn man sich mal irgendwie Debatten aus den Sechzigern-Sitzigern anschaut.
00:21:17: Natürlich ging's ja auch einmal zur Sache und da hat man mich ordentlich behagt.
00:21:20: Und dann gab es natürlich auch Menschen die Grenzen überschritten haben was dann unanständlich war.
00:21:25: aber trotzdem habe ich den Eindruck dass wir vergessen haben einander auch zu schätzen und auch den Streit zu schetzen, aber den sachlichsten Streit.
00:21:33: Das muss immer emotional sein es muss immer irgendwie persönlich beleidigend sein so was wie Klempner der Macht oder sowas ja oder überhaupt nicht zitieren das die AfD da immer wieder von Stapel lässt und dass tut uns allen nicht gut.
00:21:47: Und ich finde, gerade wir in der Herzkammer der Demokratie, die das Privileg haben, da für einen bestimmten Zeitraum Platz nehmen zu dürfen und an den Geschicken dieses Landes mit tun zu dürfen tragen doch nochmal mehr Verantwortung dafür wie die Debatten in diesem Land laufen oder ob wir noch mehr Brände entfachen.
00:22:06: Wo will sie eigentlich löschen sollten?
00:22:09: Wir haben ein bisschen zu viel Spaß am Feuer legen auch im Parlament.
00:22:13: Das Gefühl habe ich auch also dass gestritten wurde schon immer ordentlich.
00:22:17: Aber wie du gerade gesagt hast, dass ich habe manchmal das Gefühl bevor der eigentliche inhaltliche Diskurs überhaupt beginnen kann, eskaliert das vorher schon auf so einer persönlichen zwischenmenschlichen Ebene weil irgendwie das sagbare eine ganz andere Form angenommen hat was Beleidigung angeht.
00:22:32: Das finde ich ganz furchtbar.
00:22:34: und auch Du bist ja ne sehr leidenschaftliche Rednerin.
00:22:38: Du bist auch schon teilweise viral gegangen mit starken Aussagen wenn gegen die AfD beispielsweise bist auch digital sehr präsent und laut machst Manchmal Social Media-Transmit beispielsweise, die ja auch triggern können bei manchen Leuten.
00:22:50: Teilweise dann auch Männer beispielsweise wenn du einen vermeintlichen Tanz aufführst der gar keiner ist.
00:22:56: Hast du manchmal das Gefühl du musst auch ein bisschen bewusst polarisieren um im Gespräch zu bleiben oder um gehört zu werden?
00:23:03: Und ist da immer so eine Sorge vor der nächsten Eskalation und den nächsten Shitstorm dabei?
00:23:08: Du spielst jetzt auf das Real an, dass ich mit Riem Allervali-Radovan aufgenommen habe.
00:23:13: Das ist ein Beispiel drin?
00:23:14: Ja genau
00:23:16: und uns beiden war bewusst natürlich wird es Leute triggern Natürlich wird es Menschen geben aus einer bestimmten Bubble die nicht darüber aufregen werden Und es wird aber sehr viele Menschen geben sie sich sehr darüber freuen werden weil es auch ein Signal braucht das Kabinett und Parlament gut zusammenarbeiten.
00:23:30: also es ist natürlich immer eine Abwägung Es ist Performance.
00:23:34: Und das ist auf der einen Seite was, was durchaus Spaß machen kann und es ist auf die anderen Seite aber das, was mich ja am meisten nervt an dieser Zeit in der wir Politik machen dürfen müssen wie auch immer.
00:23:47: Das ist etwas, was du zwangstäufig mitmachen musst weil der Algorithmus das sehen will damit du bei Leuten auf der For You Page landest.
00:23:55: Du musst natürlich überlegen die Fraktionen oder die Menschen, die die Reden schreiben.
00:24:02: Ich schreibe meine Reden selber und ich weiß es einige Kolleginnen und Kollegen das auch tun.
00:24:06: Du denkst natürlich mit welche neunzig Sekunden könntest du aus dieser Rede rausschneiden um bei Social Media einzustellen?
00:24:14: Du merkst bei Reden der AfD, ehrlicherweise bei redenaus jeder Fraktion dann muss sich jetzt auch ehrlich sein ja dass sie explizit für Social Media geschrieben sind für die Performance online Und das ist ein Problem und das nervt mich total.
00:24:31: Trotzdem sage ich, dass ich auf Instagram lebe.
00:24:33: Es ist nun mal eine der Hauptplattformen.
00:24:35: Ich finde TikTok, da fremdele ich noch ein bisschen mit aber zwangsläufig muss man auch da unterwegs sein.
00:24:43: Das halte ich für sehr schwierig weil es immer mehr ... darauf ankommt in den ersten paar Sekunden, die Leute zu catchen.
00:24:50: Sonst sind sie weg!
00:24:51: Sonst skippen Sie dein Video so dass ich teilweise geschafft habe mit drei vier fünf Minuten reden über seventy tausend likes oder eine million aufrufe zu erzielen.
00:25:01: das ist schon das schon krass wurde zeigt mir es gibt auch noch den raum aber er wird eben immer kleiner und die Aufmerksamkeit spanne von menschen wird geringer.
00:25:09: ich merke das auch bei mir selbst und das ist einfach ein problem und das zu durchbrechen braucht glaube ich eine kollektive Kraftanstrengung und ich glaube nicht, dass die Gesellschaft an diesem Zeitpunkt bereit ist dafür.
00:25:22: Wir haben uns sehr bequem oder es sehr gemütlich gemacht in dieser... Jeder schmeißt mal irgendwie ne Schlagzeile rein, zwölf Sekunden maximal sonst sind die Leute weg.
00:25:33: Clickbait-Logik von Social Media da haben wir's uns einfach so bequemen gemacht das ich glaube das ist sehr, viel Zeit brauchen wird da wieder wegzukommen.
00:25:43: Und trotzdem beobachten wir ja auch schon, dass Menschen sehr viel bewusster Social Media konsumieren wollen, weil sie es selbst nervt wie sie es konsumiert und was das mit ihnen macht.
00:25:52: Mal gucken!
00:25:54: Ja, das ist schon abgefahren.
00:25:55: Dieses Zugespitze also dieses Schreiben für Social Media in der Hoffnung, dass so ähnlich geht es ja eigentlich vielen Berufsgruppen nicht nur Politikerinnen und Politikern beispielsweise auch Musik machenden Menschen, dass du bevor du ein Werk schaffst überlegst wie kann ich das möglichst klein zuspitzen sodass es auf neunzig Sekunden viral gehen kann?
00:26:14: Das ist schon Abgefahren, dass das die Prämisse ist.
00:26:16: Lassen Sie doch mal ganz kurz über vielleicht eine gute Begegnung sprechen.
00:26:20: Erinnerst Du Dich an eine gute Begegnungen beispielsweise in deinem Wahlkreis, wo du das Gefühl hattest.
00:26:28: Hier sind zwei Menschen aufeinander getroffen die vielleicht nicht unbedingt einer Meinung waren aber wir reden miteinander und wir treten in den Dialog und wir beschimpfen uns nicht.
00:26:37: Aber wir bleiben irgendwie konstruktiv.
00:26:38: hast du da eine Erinnerung?
00:26:41: Ja, auf jeden Fall.
00:26:42: Es ist auch nicht nur eine Begegnung.
00:26:44: Es sind wirklich viele... Also ich liebe es wenn Besucherinnengruppen oder Schülergruppen nach Berlin kommen aus dem Wahlkreis?
00:26:51: Ich liebe das!
00:26:53: Auf der einen Seite die großen Augen und die Begeisterung für den Bundestag und auf der anderen Seite sind das so ehrliche ungefilterte Fragen und Gespräche, die man da führt ohne dass irgendwer des Bedürfnis hat jemandem jetzt irgendwie Triggern zu müssen mit irgendwelchen Kampfbegriffen oder Kulturkämpfen, sondern es ist ein ehrliches Interesse.
00:27:14: Es ist auch ganz oft wirklich eine gute ehrliche Kritik und das finde ich so gewinnbringend.
00:27:20: Und dass er erlebe ich an jedem Info-Stand wenn ich im Wahlkreis unterwegs bin.
00:27:25: natürlich gibt's Leute die einfach kommen und sagen hey du bist Dorf und SPD braucht kein Mensch und wer hat uns verraten?
00:27:30: usw.
00:27:31: Die wollen den Austauschen nicht, ich zwinge sie aber nicht.
00:27:34: Brauche es nicht und brauchen die Leute auch nicht.
00:27:36: Wenn aber jemand kommt Und das ist auch schon oft passiert, dass Menschen wirklich aufgeregt, jüten, sauer zu uns an den Info-Stand gekommen sind.
00:27:44: Und ich trotzdem versucht habe, diesen Zugang zu finden und meistens ist es die gemeinsame Grundlage, dass wir uns alle ein sicheres, friedliches bezahlbares Leben wünschen.
00:27:55: Das wünscht mir uns alle!
00:27:57: Und das immer so.
00:27:58: einen Versuch, Menschen dazu zu kriegen darüber zu sprechen was das eigentliche Problem ist sag ich mal.
00:28:06: Und das hat schon sehr oft funktioniert und ich liebe diese Begegnung, weil es mir immer wieder auch zeigt, dass egal wie weit wir vielleicht auseinander gefühlt sein mögen eigentlich verbindet uns der gleiche Wunsch um darauf aufzubauen.
00:28:18: Das finde ich immer sehr schön und das sind für mich immer tolle Begehnungen.
00:28:21: Deswegen kann ich nicht eine rauspicken, weil so viele Menschen sind die mir immer weiter zeigen, dass es sich lohnt weiterzumachen und mir auch spiegeln warum ich's mache
00:28:31: Und warum machst du es?
00:28:32: Also woher nimmst du diese Kraft und diese Resilienz bei all den Herausforderungen, die du heute beschrieben hast.
00:28:38: Allein schon Drohungen gegen deine eigene Familie, das stelle ich mir unheimlich schwer vor.
00:28:42: Ist es auch – und das macht auch keinen Spaß – um so wichtiger ist es und dass dieses Wortes heute schon öfter gefallen, Netzwerke zu haben.
00:28:48: Man braucht Menschen auf deren Schultern man stehen darf.
00:28:52: Die einen tragen, die einen auffangen!
00:28:54: wenn man fällt und die einem dann aber auch helfen wieder aufzustehen.
00:28:57: Und ich hatte den Moment, wo ich am Boden lag und das Gefühl hatte nie wieder die Kraft zu finden in mir aufzustehnen.
00:29:03: Das war eben nach der Abstimmung zum Familiennachzug.
00:29:06: Ich war letzten Sommer in Summe drei Monate krank, wenn du so bist wirklich auch körperlich, aber auch mental.
00:29:14: und da, die mich Netzwerk zu haben, dass mich gestärkt hat mein Fokus wieder richtig gerückt hat.
00:29:21: Das ist total wertvoll.
00:29:23: und dann habe ich es ja vorhin schon gesagt, wir Aussies mit den Köpfen!
00:29:27: Du sprichst gerade mit einem Aussie?
00:29:29: Ja, das ist ja so.
00:29:31: Und wir lassen uns das nie einfach wegnehmen und das ist auch unser Land.
00:29:35: Ich will niemanden sein oder ihr Land wegnehmen aber ich lasse mir auch nicht meinen Weg nehmen und da bin ich zu dick köpflig als dass sich das irgendwelchen Leuten überlassen will die nichts Gutes vorhaben mit dem Land.
00:29:45: und ich sage nicht dass ich die Lösung für alles habe oder dass meine Meinung die einzige ist um Himmels Willen so arrogant bin es nicht Oder dass ich weiß wie wir's jetzt besser machen Aber ich möchte gerne mein Beitrag dazu leisten.
00:29:57: Dafür hab' ich Verantwortung über Norm Und bis jetzt habe ich meinen Weg, glaube ich, ganz gut gefunden.
00:30:02: Ich bin einfach noch nicht fertig.
00:30:03: Wie gesagt, dafür bin ich zu dickköpfig und ich hab die große Privileg, dass sich Menschen um mich rumhaben darf, die auf mich aufpassen und das ist in Netzwerken sein darf, wo ich auch andere aufpassen darf – die es begleiten darf, sie es auf ihrem Weg sehen darf!
00:30:17: Das ist eine Riesenehre und das motiviert mich immer wieder.
00:30:22: Jedes Mal wenn eine Person zu mir sagt «Rascha, wegen dir gehst du in die Politik».
00:30:27: wegen dem Gespräch mit dir habe ich Bock jetzt in meinem Verein, in meiner Schule, keine Ahnung in meiner Frauengruppe aktiv zu werden.
00:30:34: Dann hab' ich schon alles erreicht was ich jemals erreichen wollte.
00:30:37: so pathetisch als jetzt klingt aber wenn man andere Menschen anzünden darf mit Leidenschaft und Motivation dann gibt einem das ja auch sehr viel zurück
00:30:46: auf jeden Fall.
00:30:48: Zum Schluss noch mal ganz kurz die Frage.
00:30:50: Wir haben es an verschiedenen Stellen schon angerissen, die Herausforderungen politischer Kommunikation.
00:30:54: Du hast selbst gesagt ich habe im letzten Jahr im Sommer was falsch gemacht und hätte das anders kommunizieren müssen.
00:30:59: Was muss sich politischen Kommunikationsstil konkret ändern auch im Hinblick auf Vertrauen?
00:31:06: Ich glaube wir sollten... den Mut aufbringen, uns nicht mehr von jedem Thema treiben zu lassen.
00:31:12: Es ist unfassbar anstrengend und das nicht nur für Menschen die Hauptberuflichspolitik machen sondern Menschen, die Nachrichten konsumieren ständig mit der nächsten Krise, mit der nächste Debatte, mit dem Nächsten Konflikt, Mit der nächsten Aussage eines Einzelnen auf ex konfrontiert zu werden, mitdem alle sich jetzt wieder auseinandersetzen müssen und bei dem alle auch dazu gezwungen werden in dieser Aufmerksamkeitsspirale vorzukommen.
00:31:36: Und ich kann nicht zu jedem Thema innerhalb kürzester Zeit eine fundierte Aussage treffen.
00:31:41: Es ist auch unernis und dadurch entsteht auch dieser Vertrauensverlust, weil Teilweise ja Minuten oder Stunden, wie oft habe ich schon Presseanfragen bekommen.
00:31:54: Am Mittag, ich möge bis vierzehn Uhr zu einer riesigen Situation Stellung beziehen was ist da noch Ablehne?
00:32:01: Weil ich das unehrlich finde und weil es nicht einfach irgendwas erzählen will damit mein Name in den nachnächsten sichtbar ist Und das ist ein Problem.
00:32:09: Ich glaube, dass würde uns allen sehr gut tun in der politischen Kommunikation vielleicht nicht über jedes Stöckchen zu springen was Donald Trump uns hinhält.
00:32:17: Das ist auch eine Taktik die nennt sich Flat De Zone und es gibt eben auch Korrespondentinnen und Korrespondenden im weißen Haus.
00:32:24: diesen Nichtmarsch haben zehn Prozent der Nachrichten, die Donald Trump jeden Tag raus ballert wenn man so will auf uns los schießt journalistisch einzuordnen Und das ist eine Riesengefahr für die Demokratie.
00:32:36: Insofern, glaube ich, sollten wir etwas mutiger sein und uns vielleicht zu weniger Themen, zu wichtigeren Themen – und dadurch aber wirklich von dir zu äußern!
00:32:47: Zum Abschluss nochmal der Blick in die Glaskuhel ohne dass sich jetzt eine Prognose haben möchte, aber eher so ein Gefühl von dir gerne hätte.
00:32:54: Glaubst du, wir werden es schaffen diese Gräben zu überwinden?
00:32:57: Ich würde gerne sehr hoffnungsvoll enden, aber ich glaube es sollte sehr anistisch tun.
00:33:02: Ich glaube jetzt gerade haben wir noch nicht die Kraft dazu und das habe ich sehr vorhin aufgesagt.
00:33:06: Wir haben uns gerade sehr gemütlich gemacht in dieser Art und Weise auch miteinander umzugehen und trotzdem merke ist immer mehr Menschen keine Lust mehr darauf haben dass sie müde sind vom Dauerstreit und sich wieder mehr auf das Besinn was uns eigentlich miteinander verbindet was viel mehr ist als wir überseits sind zu glauben oder uns glauben gemacht wird.
00:33:24: Insofern Sehe ist das Potenzial, dass wir diese Gräben überwinden und ich hoffe, dass Wir da weitermachen und die uns potenziell auch ausschöpfen.
00:33:35: Also müssen wir die Brücke noch bauen?
00:33:36: Die ist noch nicht da damit wir sie überqueren können.
00:33:38: sozusagen
00:33:39: Genau das ein gutes Bild.
00:33:40: Die Brücke muss noch gebaut werden.
00:33:42: Fundament ist schon mal da aber Sie geht noch nicht drüber über den Fluss.
00:33:46: Das geht auch nur gemeinsam und nicht alleine.
00:33:49: Vielen vielen Dank Rasha Nasser für deine Zeit heute.
00:33:52: vielen dank euch fürs zuhören.
00:33:54: Ich hoffe, wir hören uns noch mal und dann ist die Brücke fertig und stabil.
00:33:59: Das wäre gut!
00:34:00: Das hoff ich auch.
00:34:01: Hat lieben Dank für das tolle Gesprächs.
00:34:02: War eine riesen Freude.
00:34:03: Danke.
00:34:04: Draschanasa vielen dank.
00:34:22: Ciao!