00:00:00: Hier kommen die verschiedensten Menschen hin, sie sind unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlicher Religion.
00:00:06: Und da treffen natürlich unterschiedliche Weltbilder auch aufeinander.
00:00:10: Das finde ich aber macht so einen Ort unseren Haus ja auch
00:00:12: lebendig.".
00:00:15: Wie können wir Polarisierung begegnen?
00:00:17: Und Europa stärken!
00:00:19: Hi – Ich bin Muster Scherzader und das ist Gesellschaft besser machen.
00:00:23: ein Podcast der Körberstiftung.
00:00:25: hier spreche ich alle zwei Wochen mit verschiedenen Menschen, die genau diese Fragen bewegen.
00:00:32: Demokratie braucht ein Dach über dem Kopf, einen Ort an dem man sich begegnet ohne Geld ausgeben oder einer Meinung sein zu müssen.
00:00:40: Doch was passiert wenn genau diese Räume politisch unter Druck geraten?
00:00:44: Im sächsischen Wurzenschaften schafft das Netzwerk für demokratische Kultur – kurz NDK – seit twenty-fünf Jahren genauso einen Ort gegen alle Widerstände!
00:00:53: Wie man in Zeiten extremer Polarisierungen einen Raum für Begegnungen aufrecht erhält um demokratische Kulture vor Ort zu stärken.
00:01:01: und warum Dritt heute wichtiger sind denn je.
00:01:03: Darüber spreche ich jetzt mit Martina Glas, der Geschäftsführerin des NDK.
00:01:07: Hallo Martina, schön dass du da bist!
00:01:09: Hallo herrn Danke für die Einladung!
00:01:11: Martina Du bist seit Zwei-Tausendsechzehn dabei.
00:01:13: das NDK gibt's noch länger.
00:01:15: wenn ich jetzt heute das Kultur und Bürgerzentrum D-Fünf in Wurzen betreten würde zum ersten Mal was erwartet mir eigentlich dort?
00:01:22: Ja ich bin sogar schon länger als Zwei tausendsehntein dabei.
00:01:25: Ich bin schon seit Zehntausendzehn beim NDK und seit zehntaußenzehnten Geschäftsführerinnen auch unter anderem neben den Projekten, wie ich mache.
00:01:33: Und das ist glaube ich auch das was unseren Ort so auszeichnet.
00:01:37: wir sind so vielfältig und machen so viel fältige Projekt gezwungenermaßen weil wir nur Projekte finanziert kriegen und dadurch auch diesen Ort finanzieren und dieses offene Haus was ja sozusagen die Grundidee unseres Hauses ist in dass du dann kommst.
00:01:53: es ist ein offenes Haus eigentlich jeden Tag die Woche geöffnet von zehn bis sechszehn Uhr und Menschen können einfach vorbeikommen, können unsere Infrastruktur nutzen.
00:02:01: Also du kommst rein und siehst einen großen Raum mit TÜV- und Stühlen und einem Regal mit Büchern wo du dir auch was aussuchen kannst.
00:02:09: Du kannst dich auch an ein Computer setzen.
00:02:11: es gibt Arbeitsplätze für Menschen die irgendwas erledigen müssen, die Sachen ausdrucken müssen.
00:02:17: Du findest Technik bei uns ein Drucker im Kopierer und kannst sozusagen alle mir die Fragen stellen und alle wirkliche Dinge von uns bekommen, je nachdem ob wir das können oder nicht.
00:02:29: Du kannst uns ansprechen, dass es auch so eine Grundidee unseres Hauses und unseres Projektes ist, dass wir ansprechbar sind für die Menschen wenn sie Probleme haben aber auch wenn Sie Ideen haben und Dinge umsetzen möchten.
00:02:42: Oder wenn Sie einfach gerade mal nur einen Kaffee trinken wollen dann können Sie ja auch einfach nur ein Kaffeedricken und sich auf die Couch setzen.
00:02:47: Die gibt's nämlich bei uns auch!
00:02:49: Oder Sie gehen gleich nach rechts in die Werkstatt und basteln irgendwas oder bauen an einem ihrer Projekte weiter.
00:02:57: Oder gehen in eine Keller und können dort vielleicht mal darüber nachdenken, ob sie eine Veranstaltung organisieren möchten?
00:03:06: Ja, unser Haus ist sehr groß.
00:03:07: Wir haben mittlerweile noch mehr Etagen mit Tagungshausbereichs- und Seminarräumen
00:03:12: usw.,
00:03:13: also wir haben sehr viele Möglichkeiten die wir anbieten und genau!
00:03:19: Das spricht dann auch verschiedenen Menschen an.
00:03:21: Und wenn du jetzt noch mal so ein Einsatz zusammenfassen müsstest, was ist das Besondere am Kultur- und Bürgerzentrum D-V?
00:03:27: Ich würde sagen, dass es besonderes ist, dass wir eine sehr offene und herzliche Atmosphäre haben.
00:03:33: Das ist auch das, was uns ganz häufig wieder gespiegelt wird von Menschen die hierher kommen.
00:03:39: Dass wir auf die Leute offen zugehen, dass sie sich wohl fühlen.
00:03:47: Ganz wichtiges Thema.
00:03:48: Ich schiebe an dieser Stelle mal ganz kurz eine Erklärung ein zum Thema Dritte Orte, weil ich glaube dass dieser Begriff gar nicht unbedingt allen so geläufig ist.
00:03:57: der Begriff aus den achtziger Jahren wurde vom amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg geprägt und beschreibt eine soziale Begegnungsstätte was du ja da auch gerade beschrieben hast.
00:04:07: in Wurzen also das heißt neben dem Zuhause- und dem Arbeitsplatz hat man einen weiteren essenziellen Aufenthaltsort im Alltag.
00:04:15: Der ist in der Regel barrierefrei und fördert den Austausch ganz ohne Konsumzwang, typischer Ort beispielsweise Bibliothekenparks Gemeindezentren oder das Bürgerzentrum D-V in Wurzen.
00:04:26: Also lass uns doch mal dem Blick
00:04:28: auf
00:04:28: Wurzwerfen!
00:04:30: Wer sind denn die Menschen, die euren Ort nutzen?
00:04:32: Kommen auch Menschen mit verschiedenen Weltbildern zu
00:04:35: euch?!
00:04:38: kommen tatsächlich auf Menschen mit unterschiedlichen Weltbildern, wobei man ja Weltbild vielleicht auch ein bisschen definieren muss.
00:04:44: Also rechtsorientiert und rechtsoffene Menschen und Jugendliche.
00:04:48: Wir kommen nicht zu uns, komme ich in unser Haus.
00:04:51: Das hat auch Gründe.
00:04:52: aber ansonsten würde ich sagen hier kommen die verschiedensten Menschen hin.
00:04:56: Die sind unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichem Hintergründen, unterschiedlicher Religion untertreffen natürlich unterschiedliche Weltbilder aufeinander Und es kommt auch zu Diskussionen und manchmal aufzustreilt.
00:05:11: Das finde ich aber macht so einen Ort, unseren Haus ja auch lebendig.
00:05:15: Also ich will gar nicht nur in einer Blase sein.
00:05:19: Ich denke wir sind auch nicht nur an dieser Blase... Das Außenaufdenkel wäre nur in dieser Blase, aber meine Erfahrung im Alltag und den Projekten mit dem Zielgruppen, mit denen wir arbeiten ist tatsächlich dass das sehr vielfältig ist.
00:05:33: Und sehr unterschiedliche Menschen hier auch aufeinander treffen.
00:05:37: Und jetzt lasst uns noch mal ganz kurz auf die Umgebung schauen, denn das ist ja auch wichtig zu verstehen.
00:05:42: Wo befindet sich dieses Haus eigentlich?
00:05:45: Wurzen ist eine ostdeutsche Kleinstadt.
00:05:47: hier wohnen ungefähr sechzehntausend Menschen ein paar mehr.
00:05:50: ich kenne Wurzeln weil ich in paar Jahren Leipzig gelebt habe aber ich glaube nicht dass jetzt jeder unbedingt Wurzel schon einmal gehört hat.
00:05:56: wie ist denn die politische Lage vor Ort und welche Rolle spielt das Thema Polarisierung im Alltag?
00:06:01: Ich würde sagen die politischen Lage ist stark geprägt Aus der Geschichte heraus, auch vor allem aus den neunziger Jahren heraus.
00:06:09: Wo Wurzen ja zu einer bestimmten Berühmtheit gelangt ist in Bezug auf die rechte Szene oder die recht extreme Szene.
00:06:18: Die Szene selbst hat Wurzel als national befreite Zone gesehen.
00:06:22: Das war sie aber meiner Meinung nach nicht, auch wenn ich zu der Zeit noch nicht in Wurzeln war Weil hier gab es ja auch Menschen, hier gab's junge Menschen gesagt haben, wir wollen hier einen anderen Ort.
00:06:33: Wir wollen Wurzeln auch nicht einfach so aufgeben und die dann das NDK gegründet haben.
00:06:38: und so ist ja der Verein auch entstanden.
00:06:40: und ich glaube aber dass das was in den neunzigern Jahren passiert ist, die Stadt sehr tief geprägt hat und bis heute prägt und das ist Polarisierung, dass die Polarisierung heute sehr stark ist, aber das sie auch damals schon relativ stark war und sich sozusagen in den fünfundzwanzig Jahren, die es NDK jetzt gibt auch einfach mitentwickelt hat.
00:07:02: Und dass das eines unseren größeren Probleme hier auch ist, dass es immer diese Polarisierung gibt und immer gibt es nur entweder oder und dazwischen gibt's irgendwie kaum irgendwas und dadurch entstehen auf Feindbilder oder bleiben auch beestehenden Feindböder.
00:07:18: dass das, was ich hier auch erlebt habe, dass immer wieder die gleichen Narrative einfach auch erzählt werden und sich das hartnäcklich hält.
00:07:26: Und dadurch, dass es in den neunziger Jahren keine Auseinandersetzung gab mit der tatsächlich starken rechtsextremen Szene und auch mit der Gewalt, die hier stattgefunden hat und auf den Opfern zugehört wurde ist bis heute im Prinzip so, dass diese Problematik nicht anerkannt wird dass wir sozusagen immer eher als das Problem gesehen werden, die das thematisieren und das ist auch völlig unproblematisch gesehen wird.
00:07:53: Das hier so eine bestimmte Szene einfach agiert und dass sie hier auch gesellschaftlich sozusagen sich festgesetzt hat und dass das die Stadt auch trägt in gewisser Weise und auch die Atmosphäre in so einer Stadt prägt und die Auseinandersetzung eigentlich bis heute verhindert mit dieser Thematik.
00:08:12: Und das ist glaube ich diese politische Situationen der uns befinden, dass es immer wieder mal zu Problemen, größeren Problemen kommt.
00:08:21: Auch so Auseinandersetzungen kommt auch im Jahr zwei Tausend Fünfzehn als viele Geflüchtete gekommen sind.
00:08:25: Hat man das nochmal seines deutlich gesehen?
00:08:27: Dass das schon auch Teil der Stadtgesellschaft ist.
00:08:32: Dass das dann hier hochkocht und dass das dann thematisiert wird und dass es dann problematisch wird.
00:08:37: Und wenn wir das ansprechen, dass wir dann eher das als das Problem sehen werden.
00:08:43: Und solange das nicht passiert, ist es relativ ruhig hier.
00:08:45: aber das ist natürlich so eine trügerische Kohle in der wir uns befinden und mittlerweile ist es ja auch auf politischer Ebene wieder ein bisschen heißer geworden.
00:08:54: Das war in den neunziger Jahren auch problematisch als die NPD mit dem Stadtrat saß.
00:08:59: und lange Zeit, solange die NDP auch im Stadtrat war und jetzt sozusagen mit der AfD wie dann ist da eine andere Fraktion eingezogen?
00:09:08: Die sozusagen das gleiche Bild in Bezug auf unsere Arbeit auch teilt und diese ablehnt.
00:09:14: Und führt das dann auch zu Anfeindungen, Drohungen möglicherweise auch Gewalt?
00:09:19: Ja, das führt schon auch zur Anfeindung auf jeden Fall und auch Bedrohungslagen die sich sehr stark in den letzten Jahren finde ich auch vor allem ins Netz verlagert haben also die eher so digital stattfinden.
00:09:34: wir hatten auch eine lange Zeit in der unser Haus permanent angegriffen wurde.
00:09:40: Wir haben das eigentlich auch jedes Haus...
00:09:41: Was meinst du, damit?
00:09:41: das Haus wurde angegriffene?
00:09:43: Also da spreche ich von Sachbeschädigungen vor allem.
00:09:46: Also Scheiben werden eingeschlagen, Kanne und Barstoden abgerissen.
00:09:50: Unser Eingangstür wurde mit den Hakenkreuz gesprüht, solche Sachen.
00:09:54: also da haben wir so eine ganz lange Liste auf jeden Fall davon zu den Jahren und des Bestehens was alles passiert ist.
00:10:00: und ich würde sagen in der Anfangszeit war es schlimmer Und es ist weniger geworden, also es gab ja auch auf das Büro damals.
00:10:09: Da waren wir noch nicht in diesem Haus am Domplatz einen Bombenanschlag in der Bahnhofsstraße was dann so ein bisschen dazu geführt hat dass es auch mal eine Solidarisierung aus der Stadt heraus gab tatsächlich Und wurde dann darüber gesprochen, dass keine Form von Gewalt irgendwie in Ordnung ist.
00:10:28: Das war mit das einzige Mal, wo es tatsächlich so öffentlich thematisiert wurde.
00:10:32: Aber da muss dann erst was ganz, ganz Schlimmes passieren und körperliche Angriffe habe ich jetzt persönlich noch nicht erlebt.
00:10:39: aber ich weiß, dass andere schon auch davon betroffen sind vor allem was unser Zielgruppe angeht.
00:10:44: Vor allem auch was jüngere Menschen angeht die dann relativ schnell durch Stadtopfen verlassen wenn sie fertig sind Schulabschluss.
00:10:53: Das ist ganz schön heftig und umso erstaunlicher auch, dass es das Zentrum und auch dieses Haus seit so langer Zeit noch gibt.
00:11:01: Und dass es immer, immer weitermacht.
00:11:03: Um zwanzig kam's dann auch zu einem ordentlichen Rückschlag.
00:11:07: der von der AfD und CDU Dominite Stadtrat hat euch nämlich die Annahme zweckgebundener Spenden in Höhe von ungefähr dreizehntausend Euro verwehrt und das Ganze abgelehnt also rein formal gesehen ist war das jetzt eine demokratisch getroffene Entscheidung hat aber natürlich weitreichende Konsequenzen Eure Arbeit.
00:11:23: Wie gefährlich ist diese finanzielle und politische Abhängigkeit für eure Demokratiarbeit gerade im ländlichen Raum?
00:11:30: Ja, wir sind ja sehr stark abhängig von öffentlicher Förderung.
00:11:33: vor allem also daraus finanzieren wir uns ja hauptsächlich noch.
00:11:37: und das heißt wenn so eine öffentliche Förderungen wegbricht dann bricht natürlich auch die Arbeit eigentlich Komplett weg.
00:11:44: In unserem Fall ist es ja so, dass wir Projekt gefördert sind.
00:11:47: Das heißt, wir haben verschiedene Projekte in verschiedenen Arbeitsbereichen und Themenbereichen Und diese Förderung die wir von der Stadt Wurzen bekommen für eine größere Fördersumme, die wir vom Land bekommen das hängt miteinander zusammen.
00:12:00: Die betrifft vor allem unser offenes Haus und die kulturellen Veranstaltungen.
00:12:05: Der Raum den wir hier schaffen sozusagen für Änderungs- also eigentlich im Prinzip unseren dritten Ort weil die anderen Projekte sich eher auf bestimmte Themen beziehen und danach außerhalb von Wurzeln z.B.
00:12:16: auch tätig sind, um im Landkreis unterwegs sind
00:12:18: usw.,
00:12:18: oder an Schulen und die nicht direkt das Haus betreffen.
00:12:21: aber die Förderung betrifft natürlich direkt das haus und dass ist schon ein Einschnitt für uns auf jeden Fall, weil sonst was wichtig ist, dass es dieses Haus gibt und vor allem auch den Menschen wichtig ist sie das Haus besuchen und nutzen und zu den Veranstaltungen kommen, dass das Haus gibt.
00:12:37: deswegen haben wir sofort die Türen zugemacht, weil wir keine Förderungen gekriegt haben für den Jahr zum Jahr im Jahr und haben darüber nachgedampelt wie wir das meiste davon auch so aufrecht erhalten können was ja immer auch mit Engagement über das eigene Projekt hinaus für alle von uns bedeutet dass wir trotzdem für die Leute da sind.
00:12:56: Und dass sie trotzdem unterstützen und dass Sie trotzdem herkommen können und die Infrastruktur nutzen.
00:13:02: genau!
00:13:03: Das haben wir versucht jetzt trotzdem aufrechterhalten nicht mehr in der Quantität, die das vorher gemacht haben Aber das ist uns natürlich wichtig.
00:13:11: Das kann man jetzt auch ausnutzen als Stadt und sagen, guck mal ihr macht es ja trotzdem auf wenn wir euch das Geld nicht geben.
00:13:18: aber da das für uns ja auch so eine Herzenssache ist und nicht einfach nur ein Job ist uns das auch wichtig und vor allem auch hier wichtig weil es sonst eigentlich keinen Ort wie diesen gibt den man niedrig schwellig so wie du's schon geschrieben hast auch einfach nutzen kann ohne dass man konsumieren muss oder so und wo man unterstützt wird und wo Mann auf andere Menschen trifft mit dem man sich mal unterhalten kann, die vielleicht auch ähnliche Ideen haben und ja, sich es zusammenschließen können.
00:13:43: Und Dinge tun.
00:13:44: das ist ja Teil unses Leitbildes und Teil unseren Vision quasi auch von der Gesellschaft in der wir leben wollen.
00:13:51: Deshalb ist es wichtig dass wir das weiter machen.
00:13:52: aber das ist natürlich ein Baustein vergleicht das immer gerne mit so einem Dengar-Turm und man zieht sozusagen ein Stein raus.
00:14:02: Und dann steht der Turm aber noch, also wir haben uns auch darauf vorbereitet dass der Turmpalter steht und uns gut aufgestellt.
00:14:09: Aber je mehr Steine verloren gehen und momentan sind wir ja in Debatten wo es um immer mehr dieser Steine geht Das wackelige Witterturm und irgendwann hält es halt nicht mehr weil wir einfach... Wir sind halt abhängig von Förderung.
00:14:24: Diese Arbeit, die wir machen, die würft ja nichts ab.
00:14:26: Also wir sind nicht wirtschaftlich!
00:14:28: Wir sind ja kein Unternehmen das wirtschaftliche Orientiert ist und wir nehmen auch nicht vor Rände Eintrittspreise für Veranstaltungen weil sich dann die Hälfte der Menschen das überhaupt nicht leisten könnte und dann würden wir unseren Anspruch und dem was wir eigentlich wollen mit diesem Ort gar nicht mehr gerecht werden.
00:14:42: Und das ist immer das was ich versuche zu erklären.
00:14:44: Vor allem auch mal ein bisschen zu erklären die unses Geld geben dass es nichts ist was sich wirtschaftlicher trägt aber wenn man möchte zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt, dass hier Kulturangebote fortgemacht werden.
00:14:57: Da muss man eben auch was investieren und da können wir das auch nicht alles ehrenamtlich machen, was ja auch so lustige Ideen aus dem Stadttreib gewesen sind, dass wir das ja alles Ehrenamtliches machen können und außerdem nehmen wir viel zu viel Geld dafür.
00:15:09: also wir wollen viel zuviel von der Stadt.
00:15:12: Wir machen ja, es gab verschiedene Vorwürfe.
00:15:13: Aber unter anderem dass wir ja schon genug Geld bekommen hätten in allen Jahren.
00:15:16: jetzt reicht das auch mal.
00:15:18: Jetzt müssten andere mal Geld kriegen.
00:15:20: und warum wir da nicht wie andere Vereine wieder Sportverein oder Heimatverein einfach ehrenamtlich arbeiten oder uns anders finanzieren über Mitgliedsbeiträge so wie das der Sportvereinen macht, der ja auch nicht rein aus Mitgliedsmitträgen finanziert wird.
00:15:33: aber das ist ein anderes Thema.
00:15:35: Und dass wir anders funktionieren und dass das eine gesellschaftliche Aufgabe ist kommt in dieser ganzen Geschichte überhaupt nicht vor.
00:15:43: Also das ist hier nicht Thema und es wird, glaube ich auch von vielen hier tatsächlich als nichts... also vor allem die im Stadtrat sind, nicht so wichtig angesehen wobei das von vielen Menschen hier in Wurzeln schon alles wichtig angesehnt wird, dass es solche Orte gibt weil viele Menschen hier einsandrinden und Anschluss suchen oder wenn sie herziehen, Anschlüsse suchen und es einfach diese Räume nicht gibt wo man den.
00:16:05: Ich finde das Bild, was du aufgemacht hast von dem Jenga-Turm richtig gut verdritte Orte.
00:16:09: Also wenn wir mal dabei bleiben und sagen es ist super wackelig und die Steinchen setzen sich eben zusammen aus finanzieller Unterstützung politischer Unterstützung und natürlich aber auch den Menschen, die diesen dritten Ort am Ende betreiben und natürlich auch moderieren welche Kompetenzen brauche ich denn um so einen Dritten Ort erfolgreich betreiben zu können?
00:16:31: Und haben wir da überhaupt genug Menschen für?
00:16:34: Es ist eine gute Frage, doch ich glaube es gibt eigentlich genug Menschen die das können würde ich sagen.
00:16:39: Ich habe viele davon kennengelernt.
00:16:40: Viele mussten ja auch wieder gehen weil es nicht genug Finanzierung gab.
00:16:44: also es gibt Menschen die dies können und es braucht natürlich eine gewisse Fachlichkeit finde ich.
00:16:52: Also deswegen kann man es auch nicht einfach jede Person hier ehrenamtlich machen weil davon hätten wir wahrscheinlich sogar auch genug Leute die sagen würden ich engagiere mich hier machen sie ja auch.
00:17:01: aber diese Sachen zu koordinieren, diese Prozesse zu moderieren, Menschen zusammenzubringen.
00:17:08: Auch immer offen zu sein für die verschiedensten Menschen und auch mal so eine Debatte oder Diskussion moderieren zu können.
00:17:15: Und auch auszuhalten wahrscheinlich?
00:17:17: Genau das ist ja auch Teil davon.
00:17:20: Da braucht es eine gewisse Professionalisierung.
00:17:22: also das ist auch meine Erfahrung.
00:17:24: ich würde auch sagen als ich hier angefangen habe war ich nur lange nicht so weit, aber nach fünfzehn Jahren im Kontakt mit den Menschen auch wirklich sehr unterschiedlichen Menschen habe ich ziemlich viel dazugelernt und würde auch sagen dass ich mittlerweile auch also das sich vor allem auch Sachen aushalten kann die ich vielleicht früher nicht aushalten konnte.
00:17:45: Und ich kann auch offen sein nämlich interessieren die Menschen auch und ich glaube so ein Interesse an Menschen muss man schon auch mitbringen.
00:17:51: Also man muss Verlust haben auf die Leute, auch wenn sie mal schwierig sind.
00:17:55: Wir dürfen keine Angst haben vor schwierigen Diskussionen oder vor schwieriger Gesprächen und das ist glaube ich ein unserer größten Herausforderungen auch.
00:18:05: Dass wir dennoch offen bleiben und dass wir den noch am Ball bleiben weil vielen lohnt sich das einfach auch und wir erkennen relativ schnell wenn es nicht mehr lohnt Gespräche zu führen, aber bei den meisten Menschen lohnt sich das und es ist immer total spannend.
00:18:18: Auch wenn sie nicht aus meiner Blase kommen oder aus meiner Lebenswelt.
00:18:23: Aber ich will zum Beispiel auch lernen und finde ja genau das ist vielleicht auch so eine Eigenschaft also auch Lernen zu wollen und Neues dazu lernen zu wollen dass man darauf noch Lust hat Ja
00:18:33: Und wie schaffst du es?
00:18:35: Bei diesen krassen Rahmenbedingungen denen er ausgesetzt seid?
00:18:39: Also ihr seid in Wurzeln Ihr habt angefangen, als die NPD an der Macht war.
00:18:45: Die AfD macht euch das Leben jetzt auch nicht viel leichter muss man sagen.
00:18:48: Die Menschen haben große Vorurteile.
00:18:51: Ihr werdet wahrscheinlich als linke Schnacker irgendwie abgetan.
00:18:56: Du hast eben schon erzählt, das Haus wird angegriffen.
00:18:59: Also es ist ja extrem kompliziert und es gibt extrem viele Widerstände.
00:19:02: Und trotzdem macht ihr das schon so lang und auch gut und erfolgreich.
00:19:05: Worauf ziehst du die Kraft?
00:19:06: Und nicht zu sagen, wofür mache ich das alles eigentlich?
00:19:08: Es bringt doch eh nichts!
00:19:09: Ja, es bringt ja was... Ich würde sagen, es springt etwas.
00:19:13: Das wollte ich hören.
00:19:14: Ja genau, mir ist noch niemals über den Lippen gekommen, dass springt doch alles nicht.
00:19:17: Vielleicht habe ich mal den Gedanken gehabt, ich hab jetzt richtig die Nase voll aber ich habe nicht gedacht, es bringt nichts weil es gibt Unheimlich viele tolle Menschen hier in Wurzen.
00:19:28: Also Wurzeln ist nicht nur dieses Negativbild, also es gibt diese Problematik und ich finde das auch problematisch dass das nicht anerkannt wird und das nicht aktiv dagegen gearbeitet wird Auch aus der Stadt heraus, aus der Stadggesellschaft heraus.
00:19:40: aber es gibt unheimlich Viele Tolle Menschen und engagierte Menschen In dieser Stadt die sich häufig auch nicht trauen irgendwas zu sagen Aber die Lust haben sich zu engagieren die uns auch unterstützen.
00:19:52: Für mich glaube ich das Allerwichtigste, dass ich weiß es gibt hier Menschen die Wert darauf legen, dass wir hier sind.
00:19:57: Die unsere Arbeit wertschätzen, die gerne hierher kommen und die auch sagen, dass Wir wichtig sind uns im Notfall eben auch unterstützen.
00:20:05: also wir haben letztes Jahr auf zweieinhalb unterstützt gesammelt von Menschen aus Wurzeln, die wollten, dass unsere Arbeit erhalten bleibt hat teilweise nicht viel genutzt aber immerhin war das für uns auch mal toll zu sehen.
00:20:17: okay Es gibt halt irgendwie ganz viele Menschen, die sich auch dafür einsetzen, die sonst immer so ein Hintergrund sind.
00:20:21: Und dann mache ich auch einfach diese tollen persönlichen Erfahrungen mit der Zielgruppe, mit der ich arbeite.
00:20:27: Wo ich sehr viel positive Rückmeldung auch kriege wie andere ja auch.
00:20:30: Hast du da ein konkretes Beispiel wo du sagst das hat irgendwie noch nachgehalten diese Begegnungen?
00:20:35: Ja ich habe auf jeden Fall zwei so Sachen die mir in Erinnerung geblieben sind.
00:20:43: eine davon ist ganz... frisch in so einem Projekt, was ich jetzt gerade mache mit Kindern und Jugendlichen.
00:20:48: Und das sind die Kinder, sie sind ja toll!
00:20:49: Die melken einem das sofort zurück.
00:20:51: man merkt es auch, man spürt es auch.
00:20:52: Sie kommen gerne hierher und das ist bei Kindern auf jeden Fall ein Ausdruck für sehr großes Interesse und Sympathie und das freut mich natürlich dass ihnen das Angebot, was wir machen gefällt aber auch die Eltern so positiv reagieren und eine Mama hat mir dann auch geschrieben, dass sie schon lange verschreiben wollte Dass sie das so toll findet, dass ihr Kind so gerne hier hingeht und er sich jedes Mal begeistert.
00:21:14: Wenn er nach Hause kommt und sie findet es supertoll, dass er seine Freizeit, was schön ist in der Freizeitung mit Lern verbinden kann und dass die findet, wir tolle Arbeit machen und dass wir das unbedingt weitermachen sollen.
00:21:27: Und das ist natürlich für mich ... Das reicht gegen ganz viel negative Energie, die auch da ist.
00:21:33: Das reicht mir ganz lange.
00:21:36: Es gab noch eine Geschichte, die habe ich... gar nicht so selber erlebt, aber eine Kollegin von mir oder Kolleginnen.
00:21:43: Wir hatten hier so ein Ladencafé das als Mitmach-Café eröffnet wurde anderthalb Jahre lang und da kamen so Menschen hin die uns ja nicht kannten, die noch ganz viel zu tun hatten.
00:21:54: Und die Eine hat dann irgendwann in der Reflektion am Ende gesagt Als wir Abschied nehmen mussten von dem Café es war ja nicht auf Dauer angelegt dass sie tatsächlich darüber nachgedacht hat nach vier Jahren wieder aus Wurzeln wegzuziehen Und dann in dieses Café gekommen ist und diese Menschen da kennengelernt hat.
00:22:11: Und das so toll fand, dass sie so offen waren... ...und dass die sofort mitmachen konnte.
00:22:16: Das ist auch immer was, was uns sozusagen positiv gesagt wird,... ...dass man hier sofort mitmachen kann.
00:22:21: Dass sich die Leute sofort wohlfühlen und willkommen fühlen.. ..und einbezogen werden und alles gleich mitentscheiden müssen und so.
00:22:27: Und es fanden sie so toll, dass Sie sich jetzt entschieden haben doch in Wurzeln zu bleiben.
00:22:31: Weil es diesen Ort gibt und weil's diese Menschen hier gibt!
00:22:34: Und das ist natürlich etwas, ich sage genau daran merke ich.... dass so eine Orte eigentlich total wichtig sind und das es die geben muss, vor allem in der jetzigen Zeit ja auch geben muss.
00:22:45: Weil ja so viel auseinander trifftet und die Polarisierung, die du erwähnt hast und Menschen gar nicht mehr so richtig zusammenkommen, vor allen mit unterschiedlichen Sichtweisen, Weltbildern wie auch immer aus unterschiedlichen Religionen und so viele Vorteile da sind aber die Menschen sich nicht mehr begegnen Und diese Orte dazu da sind, dass sie sich begegnen.
00:23:03: Sie kommen zu einem anderen Thema hierher.
00:23:05: Zum Beispiel kommen sie zum Basteln her oder zu nähen, oder zum Gedächtnis-Training oder was noch immer.
00:23:10: Oder zum Sport und dann begegnen Sie sich und dann kommt sie ins Gespräch und dadurch entsteht halt ganz viel.
00:23:16: Und für uns ist ja auch immer wichtig der Ansatz dass Leute nicht nur miteinander reden sondern auch uns handeln kommen.
00:23:21: Das ist ein wichtiger Teil in dieses Leitbildes das wir einerseits Menschen verbinden aber gleichzeitig aufwollen also sie stärken wollen sie empowern wollen dass die auch selbst ins Handeln kommen und nicht so viel immer gemäckert wird, sondern auch gemacht wird.
00:23:35: Jetzt hast du ja hervorragend beschrieben wie ein dritter Ort ... idealerweise aufgebaut sein sollte und funktionieren sollte.
00:23:43: Und vielleicht können wir mal ganz kurz den Blick etwas weiten und Wurzeln verlassen, also du hast ja auch diesen Blick über Sachsen hinaus.
00:23:50: was beispielsweise vor Kurzem auf einer Fachkonferenz der Körperschriftung zu dritten Orten hast damit ganz vielen Engagierten aus ganz Deutschland gesprochen.
00:23:58: Was ist denn so?
00:23:58: dein Eindruck welches die größte Herausforderungen sind von Dritten Orden in Deutschland?
00:24:05: Das ist tatsächlich Geld.
00:24:10: oder was würdest du sagen?
00:24:11: Na, ich würde sagen das, was ich festgestellt habe vor allem als ich in Hamburg war und auch auf diesem Podium saß über diesen Fachtag.
00:24:18: Dass es sehr unterschiedlich ist also dass wir tatsächlich auch einen großen Unterschied haben zwischen Ost- und West Und die dritten Orte zum Beispiel im Osten ganz anders entstanden sind, zum größten Teil als in Westen.
00:24:29: Es gibt natürlich auch paar Überschneidungen aber das im Westen würde ich jetzt mal sagen viel mehr auf dem politischer Ebene dieser Wille da ist solche Orte zu schaffen während es im Oßen... Ich würde was behaupten so gut wie kein Interesse gibt.
00:24:41: eigentlich erstmal an erster Linie Auch wenn's hier in Sachsen dann eine Idee von einem Förderprogramm gab und so dass aber nur drei Jahre ging und dann ist das nicht mehr gar und das alles von unten zum größten Teil gekommen ist und bis heute von unten funktioniert.
00:24:56: Und wir immer hier darum kämpfen müssen, dass wir überhaupt anerkannt werden in dem was wir wachen also wie man jetzt hier auch sieht im Stadtrat das nicht verstanden wird was wir eigentlich machen und wie wichtig diese Arbeit ist aber auch grundsätzlich auf politischer Ebene es immer so nice to have ist und kein... Das brauchen wir eigentlich.
00:25:14: Hört auf den Podium von der Bürgermeisterin, dass sie selber das initiiert hat und dass sie selbst dafür gesorgt hat, dass es so einen Ort gibt.
00:25:23: Die baut ihn auf!
00:25:24: Und sie sorgt dafür, dass er läuft.
00:25:25: Das ist natürlich ein ganz anderer Ansatz aber da ist ein ganz anderes Interesse dar, dass ich hier so explizit gar nicht kenne und deshalb haben wir glaube ich unterschiedliche Herausforderungen was das angeht?
00:25:39: Ich glaube wir werden in Zukunft auch viel stärker damit zu tun haben, dass das natürlich immer so eine freiwillige Aufgabe ist und muss man ja nicht unbedingt machen.
00:25:47: Und solange nicht anerkannt wird, dass es eine wirklich wichtige gesellschaftliche Sache ist die es eigentlich überall geben muss vor allem auch in den ländlichen Räumen geben muss.
00:25:57: Orte wo Menschen sich treffen, orte wo menschen Dinge zusammenmachen können und dass das auch finanziert werden muss, dass dies nicht einfach so funktioniert dann werden wir weniger Geld kriegen langfristig dafür Weil die Gelder werden knapp.
00:26:09: Das wissen wir alle und das ist eine unserer größten Herausforderungen, dass genau an diesen Stellen immer gespart wird.
00:26:14: Wo man eigentlich nicht sparen dürfte wenn man sich die gesellschaftliche Entwicklung anguckt dann müsste da nämlich viel mehr rein investiert werden weil hier ganz viele Grundlagen Sachen schon gemacht werden, die ja auch langfristig auf politischer Ebene Wirkung entfalten.
00:26:30: Genau!
00:26:30: Und das sehe ich schon als einer der größeren Herausforderung an.
00:26:35: Und was ich mir wünschen würde ist, das
00:26:37: wäre nämlich meine nächste Frage gewesen.
00:26:38: Perfekt!
00:26:39: Vielen Dank, Martina.
00:26:40: Dass es eine größere Anerkennung gibt für diese Arbeit die wir hier machen auch auf politische Ebene aber auch auf gesellschaftlicher Ebene finde ich und dass natürlich die Finanzierung solcher Orte nicht allein aus öffentlicher Hand erfolgen kann langfristig.
00:26:55: Das ist mir auch klar.
00:26:57: Je mehr Anerkennung es gibt für die Arbeit, desto mehr wird vielleicht auch verstanden.
00:27:01: Dass sie zum Beispiel auch unterstützt werden muss von Unternehmen, dass Stiftungen sich vielleicht mehr einbringen müssen wenn's um die Finanzierung solcher Orte geht und das auf Privatpersonen.
00:27:11: Also wir arbeiten z.B.
00:27:12: auch mit Fördermitgliedschaften, die sehr wichtig für uns sind und an denen wir auch weiterarbeiten werden also dass das von allen Ebenen verstanden wird und gemeinsam finanziert wird vielleicht Weil alle der Meinungen sind, das ist eigentlich wichtig für uns hier.
00:27:28: Aber dahin ist es glaube ich noch ein ganz schöner Weg habe ich so Das Gefühl weil gerade hab' ich eher so das Gefühl die Anerkennung schwindet grade wieder so ein bisschen und wir müssen jetzt wieder daran arbeiten dass es verstanden und anerkannt wird.
00:27:41: also da sind wir ja gewohnt Wir müssen immer sehr viel erklären was wir hier machen Und darum bitten dass es auch gefördert wird.
00:27:49: das kenne ich eigentlich gar nicht anders seit seitdem ich hier bin, immer wieder erklären was wir eigentlich machen.
00:27:54: Immer wieder transparent machen und immer wieder sagen dass es sinnvoll ist das finanziert wird.
00:28:01: Genau aber es wird vielleicht noch herausfordern da werden jetzt.
00:28:05: Das befürchte ich auch wenn ich mir auch aktuelle Entscheidungen anschaue ne?
00:28:09: Wenn's darum geht geförderte Bundesprogramme beispielsweise erst mal geprüft werden, Förderung gestoppt werden.
00:28:15: Man muss sich neu bewerben.
00:28:16: Dann ist es irgendwie vermeintlich alles zu links und es soll ein Schiff geben, dass ich jetzt das Gefühl habe, dass dein Wunsch hoffentlich über den Erfüllungen geht aber vielleicht nicht auf kurze Sicht?
00:28:26: Ja genau!
00:28:27: Das Gefühl hab' ich auch.
00:28:29: ja gerade sind wir eher so wenn ich mir das angucke auf eine kleine Talfahrt wieder Und was mich vor allem daran so bisschen irritiert ist oder was mir Angst macht vielleicht auch, dass wir dieses ausgeliefert sein haben.
00:28:47: Also wir sind halt ausgeliefert dieser Förderung und wir sind ausgelievert den Menschen die die Entscheidung treffen auf politischer Ebene.
00:28:54: Und das hat mich besonders schockiert am Bundesprogramm Dass einfach Förderungen eingestellt werden ohne weitere Erklärungen.
00:29:04: Die Wirkung wurde insgesamt ein Programm misserzielt also wird auch insgesamt nicht gefördert finde ich ist schon in Bezug auf Wertschätzung der Arbeit, die wir tun und Anerkennung.
00:29:14: Ist das ein Tiefpunkt für mich gewesen?
00:29:17: Also wir sind nicht betroffen.
00:29:19: Wir sind nicht direkt betroffen von dieser Förderung weil wir sie gar nicht bekommen.
00:29:23: aber in Bezugs auf andere, die diese Förderungen bekommen, ist das finde ich schon ja ein Tievpunkt.
00:29:30: Ja, also es gibt ja verschiedene Lesarten.
00:29:32: Es gibt auch die andere Seite, die sagt, es geht jetzt um Effizienz
00:29:34: usw.,
00:29:35: und das ist völlig legitim.
00:29:36: Das zu prüfen.
00:29:38: aber die Kommunikation war tatsächlich sehr abrupt Und da wurde nicht mal abgewartet bis die ganzen Ergebnisse da waren und dann wurden die Entscheidungen schon getroffen.
00:29:46: Deswegen kann ich das gut nachvollziehen wie du das Ganze beobachtet hast.
00:29:49: Aber was gibt dir denn zum Abschluss noch einmal die Frage trotzdem?
00:29:54: Hoffnung weiterzumachen.
00:29:55: Also du hast gesagt, das sind die Menschen und es sind die Begegnungen, die dich antreiben.
00:29:59: aber was gibt dir Hoffnungen in diesen Zeiten, indem wir gerade uns befinden?
00:30:03: Hoffnung gibt mir am meisten würde ich sagen die Gemeinschaften und das sind natürlich die Menschen Und ich habe ganz viele Menschen um mich rum sei es hier in Wurzen oder auch in Leipzig auf Arbeit in den anderen Zusammenhängen wo Ich weiß Wir werden weiter streiten für diese Vision von Gesellschaft Die wir haben.
00:30:23: Und solange ich diese Vision von Gesellschaft habe und auch das Gefühl habe, dass ich handlungsfähig bin – und das Gefühl hab' ich noch.
00:30:28: Selbst wenn es kleine Handlungsräume sind und sie teilweise auch schrumpfen.
00:30:33: Also so lange ich das Gefühl haben, ich bin handlungsfähig, gibt mir das immer Hoffnung, dass sich Dinge verändern können.
00:30:39: Jedes Mal, wenn ich Menschen treffe, von dem ich gedacht habe, der sieht die Sache ganz anders... Und dann kommt man ins Gespräch und entdeckt Gemeinsamkeiten.
00:30:47: Das ist für mich immer wieder so ein Hoffnungsschimmer, wo ich weiß ... Nee es gibt eigentlich viel mehr als wir denken die eine andere Vision von Gesellschaft haben aber wenn wir reden einfach nicht genug darüber.
00:30:59: Also ich würde noch nichts sagen dass ich hoffnungslos bin.
00:31:01: Auch so bin ich ne Kämpferin und deshalb werde ich wahrscheinlich bis zum Schluss kämpfen solange es noch irgendwas zu erkämpfen gibt werde ich das auch machen egal wie klein.
00:31:11: das Ergebnis ist sehr
00:31:13: gut.
00:31:14: Wir brauchen mehr Martinas auf jeden Fall.
00:31:16: Darf ich dich zum Abschluss noch einmal bitten, den Satz zu vollenden?
00:31:19: Wir
00:31:22: können Gesellschaft besser machen indem wir offen auf Menschen zugehen die Begegnung nicht scheuen und uns auch auf Diskurse und Debatten einlassen und dafür keine Angst haben.
00:31:34: Genau weil das also das gibt mir am meisten wenn ich genau in diesen Begegnoben.
00:31:40: Vielen, vielen Dank Martina für diese spannenden Einblicke in deine Arbeit und dass du uns vor allem auch gezeigt hast wie wichtig physische Räume sind.
00:31:47: Nämlich dritte Orte für die Demokratie.
00:31:50: und wenn ihr jetzt beim Zuhören gerade gedacht habt wo so ein Ort bräuchten wir hier auch noch?
00:31:54: oder wenn ihr sogar selbst schon an einem dritten Ort aktiv seid dann schaut euch unbedingt mal die bundesweite Mitmachkampagne der Körberstiftung an.
00:32:01: unter dem Motto Dritte orte Für Begegnungen werden nämlich genau diese Räime hier miteinander vernetzt und auf allem sichtbar gemacht was auch wichtig ist.
00:32:09: Das kann Kulturzentrum, Nachbarschaftstreff, Bibliothek sein.
00:32:12: Das können engagierte Einzelpersonen oder ganze Netzwerke sein.
00:32:15: auf der Website der Körberstiftung könnt ihr euren dritten Ort eintragen euch miteinander verbinden und natürlich auch austauschen.
00:32:22: alle Infos dazu in unseren Show Notes oder direkt auf der Stiftungs-Website.
00:32:26: Vielen vielen Dank Martina für deine Zeit.
00:32:28: das war sehr interessant und vielen dank an euch fürs Zuhören.
00:32:30: Danke
00:32:31: dass ich hier sein durfte.
00:32:34: Gesellschaft besser machen eine Podcastproduktion.
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