00:00:00: Wenn Eltern in der Art Wüsten aus Kinder erleben, hätten wir am nächsten Tag ein europaweites Social-Media-Ministerlter absehens.
00:00:09: Wie können wir Polarisierung begegnen und Europa stärken?
00:00:13: Hi!
00:00:14: Ich bin Muster Scherzader – das ist Gesellschaft Bessermachen, ein Podcast der Körberstiftung.
00:00:19: Hier spreche ich alle zwei Wochen mit verschiedenen Menschen die genau diese Fragen bewegen.
00:00:25: Gehören Smartphones in Kinderhände und wenn ja, ab welchem Alter?
00:00:29: Kaum eine Frage beschäftigt Eltern heute mehr.
00:00:32: Schließlich lastet ein enormer Druck auf Müttern und Vätern, ihre Kinder durch eine digitale Welt zu begleiten – die sich natürlich rasend schnell verändert!
00:00:40: Passend dazu fragt die Körberstiftung jährlich, wie Sorgen und Bedürfnisse von Eltern ab.
00:00:45: Und die diesjährigen Ergebnisse offenbaren ein erstaunliches Spannungsfeld.
00:00:49: Während der Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen im Vorjahr noch das Sorgenthema Nummer eins war, glaubt in der aktuellen Befragung von bis zu Jahrzehnte, dass Social Media kaum Einfluss auf die Psyche der eigenen Kinder hat.
00:01:05: Ist das Verdrängung oder schlicht Überforderungen im dichtgepackten Familienalltag?
00:01:09: Mein heutiger Gast kennt die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen wie kaum ein anderer.
00:01:15: Daniel Wolf ist Gymnasialehrer, ehemaliger Silicon Valley-Korrespondent und Autor des Bestsellers allein mit dem Handy.
00:01:22: Seit fast zehn Jahren tourt er als Digitaltrainer durch Deutschlands Schulen.
00:01:27: Wir sprechen heute darüber, wie Eltern entlastet werden können – und wie Medienerziehung auf Augenhöhe gelingt!
00:01:33: Ich freue mich sehr, dass Sie da sind und find das Thema unheimlich spannend.
00:01:41: Auch aus persönlichen Gründen natürlich!
00:01:43: Aber lassen sie uns mal direkt den Reality-Check machen und mit einer Zahl aus der Umfrage einsteigen die mich persönlich besonders überrascht hat – denn neunzig Prozent der befragten Eltern glauben gut zu verstehen wie Medien unsere Gesellschaft beeinflussen.
00:01:57: Fast zwei Dritte sagen, sie wüssten genau was ihre Kinder im Netz machen.
00:02:02: Sie wissen das natürlich besonders gut.
00:02:04: Sie sind jede Woche an Schulen unterwegs in ganz Deutschland, deckt sich dieses selbstbildte Eltern mit dem was sie in den Klassenzimmern zu hören bekommen?
00:02:13: Nein!
00:02:15: Das ist eine ganz klare Antwort.
00:02:17: Das kann man selten so klar verneinen wie in diesem Fall.
00:02:23: Also, es ist wirklich groteskend.
00:02:26: Man sollte gleichzeitig die Kinder dazu fragen was sie denken wie viele ihre Eltern von dem mit kriegen was sie selbst erleben.
00:02:34: da würde schon ein großer Kontrast entstehen.
00:02:36: meiner Meinung nach.
00:02:38: und wissen Sie?
00:02:41: Da gibt's ungefähr eintausend Anknüpfungspunkte die man sofort ergänzen könnte wo Eltern im Prinzip völlig im Dunkelt haben.
00:02:51: Aber immerhin, ich war früher auch mal ein Vater der so dachte.
00:02:56: Ich dachte – ich weiß Bescheid was meine Kinder so erleben bis ich dann eines Tages einen sehr deutlichen Reality-Check erlebt habe und ich glaube dass das eine deutlich Überschätzung ist der Eltern.
00:03:12: Warum das so ist?
00:03:13: Darüber sprechen wir gleich noch Was ich gern von Ihnen wissen würde, jetzt aus persönlicher Perspektive meine eigenen Kinder sind noch etwas jünger.
00:03:20: Sie haben noch kein Smartphone aber ich erwische mich selbst natürlich als Mutter immer wieder dabei wie schwer es ist das eigene Handy konsequent wegzulegen.
00:03:29: und dann frage ich mich natürlich auch wenn meine Kinder noch etwas Jünger sind Wie sehr prägt unser eigenes Nutzungsverhalten also dass der Eltern in den ersten Lebensjahren eigentlich die Medienkompetenz der Kinder?
00:03:40: Und wann beginnt diese Medienerziehung eigentlich über die wir hier sprechen?
00:03:46: Die beginnt... Man könnte jetzt, wenn man es etwas über Spitz sagen sollte, schon im Mutterleib.
00:03:53: Also ich glaube tatsächlich als mein Buch auskam zum Beispiel habe ich von vielen Medien Anfragen bekommen vom Frauenzeitschriften zum Beispiel die mich gefragt haben ob nicht doch beim Wickeln ein Tablet in Ordnung ist weil sonst halten die Kinder ja nicht still oder auch beim Essen von Kleinkindern und Babys Ob die da nicht aufs Tablet schauen dürfen.
00:04:15: Immer wieder erreichen mich solche Fragen wirklich über den Medienkonsum von Kleinstkindern und Kleinkindern.
00:04:23: Also hier haben wir in der Gesellschaft noch kein Bewusstsein, das muss man ehrlich sagen.
00:04:28: ich glaube dass wir tatsächlich es klingt etwas kurios zu Beginn In der Schwangerschaftsberatung sollten wir bereits anfangen mit Medienerziehungen für die Eltern weil sonst Ich glaube, Medienärzion geht los im Prinzip abgeburt.
00:04:47: Wir haben.
00:04:48: viele Eltern unterschätzen wie genau Kinder sie beobachten.
00:04:54: Ich kann zum Beispiel Beisteuern aus meinen Workshops über neunzig Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler weiß die Pinne mal vom Smartphone ihre Eltern.
00:05:06: Das ist sehr interessant weil wenn ich die Eltern am Abend frage dann kommt daraus zwanzig Prozent.
00:05:12: Also die Eltern denken, dass zwanzig Prozent der Kinder in etwa ihre Pinnumme wissen.
00:05:16: Aber die Kinder berichten sie wissen zu neunzig Prozent und etwa zu fünfzig Prozent heimlich.
00:05:23: Und das ist schon der einfachste Hinweis.
00:05:25: Die Kinder, die noch keinen Smartphone haben, da gibt es auch Zahlen dazu spielen im Durchschnitt in etwa forty-fünf Minuten pro Tag mit dem Smartphone der Eltern.
00:05:35: Und auch Tablets sind natürlich vorhanden in großer Zahl, in großer Breite.
00:05:42: Es gibt Baby-Tablets quasi mit so Schutzgehäusen und so weiter für hundert Euro.
00:05:50: die sind in ganz vielen Haushalten zu Hause wo sie und werden auch eingesetzt als wenn wir es mal übertragen sagen darf digitaler Schnuller.
00:05:59: Gebe ich meinem Kind ein solches Tablet mit YouTube drauf ist es ruhig Und ich kann in Ruhe bügeln oder Netflix schauen.
00:06:09: Das wird leider flächendeckend eingesetzt und wir haben in unserer Gesellschaft noch kein Bewusstsein dafür, was da eigentlich passiert.
00:06:19: Das nächste Beispiel an dieser Stelle wäre YouTube Kids eine App die viele Kinder und auch sogar Kindergartenkinder bereits zu nutzen bekommen.
00:06:28: Und das Irre ist wenn ich Grundschulkindervage.
00:06:33: Wer hat auf YouTube Kids eine App ab Null schon mal was gesehen mit Monstern oder mit Blut?
00:06:41: Meilt es sich mehr als die Hälfte der Kinder, die YouTube Kids kennen.
00:06:45: Die Eltern haben davon überhaupt keine Ahnung!
00:06:47: Es gibt aus YouTube Kids ein Genre das heißt so... Das heisst YouTube Kacke.
00:06:54: Noch nie gehört.
00:06:55: Ja ja natürlich nicht.
00:06:56: Das ist doch in der Erwachsenenwelt nicht bekannt.
00:06:58: oder auch Pepper Wutzverarsche?
00:07:01: Fragen Sie mal ein x-beliebiges Grundschulkind, ob es schonmal von Pepper Wutzverarsche oder Pepper Schmutz gehört hat.
00:07:07: Das sind Videos.
00:07:08: die werden runtergeladen Kindervideos verändert und dann wieder hoch geladen Und der Google Algorithmus kapiert jetzt nicht und lässt das durch.
00:07:19: für Kleinkinder und Kleinkindern sehen dann plötzlich Veränderungen die aber Geschickterweise nicht gleich am Anfang des Videos eingebaut werden, sonst würden es die Erwachsenen ja mitkriegen.
00:07:29: Sondern erst ab Minute zehn oder zwölf.
00:07:31: Das heißt die ersten acht Minuten ein völlig normales Kindervideo und ab Minute neun oder zehn passieren dann krasse Sachen.
00:07:38: einzelne Charaktere ziehen sich aus Es gibt Hitlergrüße und Papa wird's kackt in den Pool.
00:07:48: Also das ist wirklich unglaublich, was die Kinder da erzählen!
00:07:51: Und ich empfehle Erwachsenen, die Kindern YouTube-Kids geben, geben sie bitte mal bei YouTube Kids einfach nur das Wort Pepperschmutz ein oder YouTube Kacke?
00:08:00: Und schauen Sie mal, was da läuft.
00:08:02: Das ist für mich schon ein Beispiel.
00:08:03: wir haben hier eine der größten Konzerne, der es nicht schafft Menschen einzustellen, die Videos, die nachher Kleinkindern gezeigt werden, einmal durchzugucken um dann das sozusagen abzusichert.
00:08:15: Nein!
00:08:16: Der Google-Konzent will hier Geld sparen und selbst Kleinkinder drei, vier, fünf Jahre alt merken schon ob es da leider stimmt was nicht.
00:08:23: aber raten Sie mal was die Kinder dann befürchten wenn sie das ihren Eltern sagen weil die Kinder instinktiv erfassen wenn ich das meiner Mama sagt dann darf ich nicht mehr gucken.
00:08:33: Also erzählen Sie es Ihren Eltern?
00:08:34: Nicht.
00:08:35: Also wissen die allermeisten Eltern nicht mal, dass eigentlich wenn man's ernst nimmt nicht mal YouTube-Kids für Kinder geeignet sind geschweige denn das richtige YouTube weil das normale YouTube ist.
00:08:46: auch da muss man wissen... Es gibt auf dem normalen YouTube alle Todeszenen aus allen Horrorfilmen die je gedreht worden sind und aus allen Horrorspielen genauso Absechzehn und ab achtzehn.
00:09:04: Und das heißt, wir haben hier eine Plattform die einfach alles hat, die tolle Videos hat pädagogisch wertvolle Videos aber eben auch ne sehr dunkle Seite und die entdecken die Kinder sehr bald.
00:09:14: Das ist etwas was unter quasi Ausschluss der älterlichen Öffentlichkeit stattfindet weil die Kinder wenn sie da was sehen natürlich niemals auf die Idee kommen würden es ihren Eltern zu sagen.
00:09:25: Aber was viele Eltern auch nicht wissen ist dass sie diese Dinge teilweise auch sehen ohne dass sie danach suchen.
00:09:33: Zum Beispiel in der Werbung.
00:09:35: Wenn ich in den Grundschulen frage, wer von euch hat schon mal die Werbung?
00:09:39: Die kann man ja nicht immer wegklicken!
00:09:41: Für einen Horrorfilm gesehen sehr gerne im Oktober November melden sich die Hälfte der Kinder.
00:09:46: Werbung für ein Horrorfilm und das ist auch total abartig weil die meisten Lehrkräfte so was noch nie gesehen haben.
00:09:53: Auch die Eltern selbst kriegen sowas ja nicht angezeigt bei YouTube.
00:09:56: aber die Kinder Und darüber redet kaum jemand.
00:09:59: Die Kinder werden dann allein gelassen mit teilweise schrecklichsten Inhalten und deshalb muss ich auch diese Aussage von vorher bezweifeln, wenn den Eltern in der Art Wüsten was Kinder erleben hätten wir am nächsten Tag ein europaweites Social-Media-Minister Alter
00:10:13: absehnten.".
00:10:15: Genau das was Sie gerade ansprechen ist ja eben die große Vertrauensfrage.
00:10:19: Wenn wir nochmal ganz kurz auf die Umfrage zurückkommen rund ein Drittel der Eltern weiß So die Ergebnisse ganz sicher, dass das eigene Kind im Netz schon mit extrem politischen Ansichten Verschwörungserzählungen oder Pornografie konfrontiert war.
00:10:32: Und ein großer Teil antwortet auch ganz schlicht mit weiß nicht und das ist das was sie gerade angesprochen haben.
00:10:39: Es ist leider bekannt, dass Eltern nicht darüber Bescheid wissen, dass Kinder und Jugendliche nicht zu ihnen gehen.
00:10:44: Und überbelastende Inhalte oder verstörende Inhalten, die sie gesehen haben, mitteilen weil ... Die Konsequenz kann natürlich sein mir wird das Handy weggenommen.
00:10:54: Wie kommen wir denn weg von dieser technischen Kontrolle oder Verboten hin zur einem Vertrauensverhältnis?
00:11:00: Was ihn ja als Vater vermutlich auch sehr wichtig ist.
00:11:05: Ja natürlich Ich glaube, der Schlüssel liegt darin, dass wir als Eltern verstehen müssen zunächst mal welch lebensverändernder Moment die Übergabe eines eigenen Smartphones überhaupt ist.
00:11:16: Wir geben unseren Kindern einen Computer in die Hand mit Zugriff auf alles was es gibt in der Welt inklusive allen Inhalten für Erwachsene und es gibt Millionen Apps für ein Smartphone.
00:11:28: das und mit jeder einzelnen App das hat sich in der Erwachsenenwelt noch nicht rumgesprochen ändern sich die Risiken und die Chancen Und dadurch ist ein Smartphone das mit Abstand kompliziertes Zigaret der Welt.
00:11:40: Wir haben ja sozusagen als Kinder in unserer Elterngeneration noch keine eigene Erfahrung mit dem Smartphone, wir haben es flächendeckend so gut wie alle erst als Erwachsene bekommen und schließen deshalb oft den Rückschluss dass unsere Kinder unser Smartphone ähnlich verwenden werden wie wir.
00:12:00: aber das ist grundlegend falsch.
00:12:03: Kinder benutzen Smartphone, sogar dieselben Apps die Erwachsene nutzen wie WhatsApp oder YouTube grundlegend anders.
00:12:11: Wie Erwachsenen und erleben dort auch andere Dinge.
00:12:14: Das heißt wenn wir zum Beispiel als Erwachsene denken ich kenne doch WhatsApp Ich nutze seit zehn fünfzehn Jahren WhatsApp.
00:12:19: das ist mein go-to Messenger every day.
00:12:24: Ich glaube Kinder nutzen WhatsApp komplett anders Und zwar in mehrerer Hinsicht, erstens entdecken sie sehr schnell dass es da eine künstliche Intelligenz gibt.
00:12:32: Inzwischen die seit Ostern so schlau geworden ist das es alle Hausaufgaben machen kann die ein Kind je aufbekommt inklusive Abitur inklusive Grundstudium.
00:12:43: Das hat sich geändert seit drei Monaten.
00:12:44: Die meisten Eltern und Lehrer wissen es nicht.
00:12:47: Dann hat sich gegendert dass diese KI inzwischen auch sehr empathisch ist also wirklich plaudert Witze austauscht und darauf gepolt ist die Kinder möglichst lang zum Verweilen einzuladen, weil sie ja Daten produzieren mit dem man das nächste KI-Modell trainieren kann.
00:13:02: Das wissen die Eltern so gut wie gar nicht!
00:13:04: Zweitens, die Eltern wissen nicht dass es in den Kanälen sozusagen auch Zugriff zu unbegrenzt vielen YouTube Videos gibt für die man nicht YouTube braucht sondern man kann innerhalb WhatsApp solange YouTube schauen wie man will.
00:13:17: Die meisten Eltern haben noch nie ein Kanal sich angeschaut.
00:13:21: Die Eltern wissen auch nicht, dass einzelne Grundschüler inzwischen selbst auf den kanalerstellenden Drücken-Button gedrückt haben und dann eben selbst sozusagen ihr Privatleben fremden Menschen zugänglich machen.
00:13:34: Weil eben seit zweieinhalb Jahren diese Kanalfunktion WhatsApp zu einer rein rastigen Social Media Plattform macht.
00:13:41: das ist in der Erwachsenenwelt überhaupt nicht bekannt.
00:13:44: Das bedeutet ich würde es mal so sagen Erwachsene nutzen in der Regel Apps eher vom praktischen Standpunkt her, Kinder wollen Spaß und Kinder haben Zeit.
00:13:55: Und Kinder drücken alle Knöpfe irgendwann aus Neugier!
00:14:00: Deshalb entdecken sie viel mehr und natürlich wissen die großen Digitalkonzerne auch das.
00:14:06: Kinder das tun und verstecken teilweise die Funktionen, die für die Eltern nicht zugänglich sein sollen, auch hervorragend Denn die meisten Eltern haben nicht viel Zeit und das ist auch vielleicht der Antwort auf die Frage warum so viele Eltern es einfach nicht wissen.
00:14:20: Es ist anstrengend, es ist kompliziert, es braucht Energie, es brauchen Nerven... Und ich könnte entdecken, dass sich in meiner bisherigen Medienerziehung einen großen Fehler gemacht habe.
00:14:32: Nämlich meinem Kind viel zu früh, viel zu unbegleitet und viel zu unforbereit als Smartphone übergeben hab'n.
00:14:38: Diese Entdeckungen will man natürlich möglichst nicht machen und deshalb ist ein Teil der Eltern in so einer Art Abwehrhaltung nach dem Motto ja so was gibt's aber mein Kind erlebt doch sowas nicht!
00:14:50: Ja, das heißt es braucht ein anderes Bewusstsein bei den Eltern.
00:14:52: Wir sprechen natürlich über Medienkompetenz und aber auch diese Haltung wenn nicht dieses Gerät übergebe zu vermitteln egal was passiert Es wird keine Strafe geben.
00:15:03: du musst zu mir kommen
00:15:04: Bei Kindern auf jeden Fall.
00:15:05: Das ist ein bisschen anders bei Jugendlichen.
00:15:07: dann Aber die neun oder acht oder neunzig Prozent der Kinder kriegen heute einen Smartphone als Kind Und eben nicht später.
00:15:14: Da sollten sich Eltern auch darüber im Klaren sein.
00:15:16: Wenn ich einem Kind ein Smartphone über gebe übernehme ich als Eltern die absolut volle hundertprozentige Verantwortung für alles, was mein Kind sieht hört und postet.
00:15:29: Das ist auch viel nicht klar!
00:15:31: Und natürlich ist es so dass wir die Eltern werden bis jetzt nicht unterstützt aus der Politik.
00:15:36: Es gibt keine Orientierung, es gibt Altersangaben die aber niemanden interessieren weder Eltern noch Kinder.
00:15:42: Sieht man schon bei WhatsApp oder YouTube?
00:15:46: Wir haben sozusagen noch Im Prinzip.
00:15:49: leider ist es ja auch ein erfolgreiches Narrativ von Seiten der Digitalindustrie, die eben in Absicht auf den Eltern die komplette Verantwortung zuschanzt.
00:15:58: Weil sie sagen können unser Angebot ist doch wunderbar und das ist einfach Sachen der Eltern, die müssen da Verantwortung übernehmen.
00:16:04: Und wenn die Eltern ihre Kinder früher als wir das sozusagen an empfehlen, sehr versteckt zwar unsere Nutzungsbedingungen irgendwo kann man das nachlesen Und wenn die Eltern das machen, dann ist es deren Verantwortung.
00:16:17: Wir haben die Profite übrigens in der ganzen Zeit und wir haben momentan auch so hinter den Kulissen in Brüssel ja einen gigantischen Kampf.
00:16:24: Die ganzen Lobbyisten sind gerade auf dem Vormarsch und versuchen mit allem was sie haben ein europäisches Mindestalter zu verhindern.
00:16:33: Das ist schon wieder die politische Dimension da immerhin einiges in Gang gekommen in letzter Zeit.
00:16:38: aber ich glaube in etwa zehn Prozent der Eltern haben sich der Thematik inzwischen zugewandt.
00:16:43: offen bereiten das vor, begleiten ihre Kinder intensiv und sozusagen erkennen die Bandbreite ihrer eigenen Aufgabe.
00:16:54: Etwa dreißig Prozent sind interessiert aber noch nicht ausreichend informiert und wollen dann dazu – und dann haben wir leider ungefähr die Hälfte der Eltern, die die Problematik noch nicht erkannt hat, nicht im Ansatz?
00:17:06: Und das sind auch Eltern wo die Kinder berichten dass die Eltern selber süchtig sind, Und das ist sehr interessant.
00:17:13: Ständig auf ihr eigenes Smartphone schauen auch nachts.
00:17:16: Neunzig Prozent der Eltern nehmen ihr Smartphone mit ins Bett als Wecker, das sehen die Kinder jahrelang und wollen da natürlich auch irgendwann ein Smartphone im Bett.
00:17:26: Das ist der schlechteste oder die schlimmste Entscheidung, den man als Elternteil heute treffen kann wenn man einem Kind ein Bild schon ins Bett gibt.
00:17:33: Oder nicht aufpassen, dass es Heinrich jetzt mitnimmt!
00:17:35: Da passiert nämlich was, was die meisten Eltern nicht wissen... Die Kinder machen sofort leise und dunkel damit die Eltern nicht hören oder sehen, dass es überhaupt in Benutzung ist.
00:17:45: Und nachts ist dann zum Beispiel YouTube Shorts im TikTok-Modus, den auch die meisten Eltern nicht kennen, die meist genutzte App heimlich macht unter der Betech.
00:17:56: Das ist den meisten Eltern überhaupt nicht bekannt was in ihren eigenen Kinderzimmern passiert?
00:18:02: Acht Meter Luftlinie entfernt.
00:18:04: Ich war gestern an einer Schule, da haben in den dritten und vierten Klassen jeweils vier oder fünf Kinder aus jeweils zwei Klassen zurückgemeldet.
00:18:13: Sie hätten schon mal die Nacht durch gemacht am Smartphone und sind dann in die Schule gegangen.
00:18:19: Und dann fallen hinten im Zimmer die Lehrkräfte fast ums Stuhl wenn sie das hören und gleichzeitig konnten sie nachher sagen ach ich habe mir schon sowas gedacht.
00:18:29: aber dass es so krass ist hab ich nicht gewusst.
00:18:31: natürlich nicht weil jetzt wissen hier nicht mehr die eigenen Eltern.
00:18:34: Jetzt
00:18:34: haben wir ganz über die Eltern gesprochen und ich glaube, uns beiden ist natürlich bewusst wie viel Druck und Erwartungen auf Eltern lastet.
00:18:42: Gleichzeitig braucht es dann noch ganz viel Medienkompetenz und neues Bewusstsein für dieses Thema.
00:18:48: aber Sie haben's gerade schon angesprochen.
00:18:50: lassen sie uns einmal über die politische Dimension sprechen.
00:18:53: laut Elternumfrage befürwortet mehr als die Hälfte der Eltern ein striktes Handyverbot an Schulen sowie ein gesetzliches Mindestalter für Social Media.
00:19:01: Ähnliche Stimmen hört man auch aus der Politik.
00:19:03: Beispielsweise von Bundesfamilienministerin Karin Prien, die einen Social Media-Verbot für unter drei zehnjährige fordert.
00:19:09: sind solche Verbote aus ihrer Sicht der richtige Weg oder verschieben wird damit ein Problem wenn es um den zuverähen Umgang mit digitalen Medien geht?
00:19:19: Also da ist meine Meinung sehr eindeutig.
00:19:21: ich glaube wir brauchen das ganz dringend und es ist lange überfällig.
00:19:27: Es ist nicht eine Lösung für das Handyproblem generell Aber es ist ein gesellschaftlicher Richtwert, wir brauchen eine Normverschiebung.
00:19:37: Es ist nicht okay acht, neun oder sechsjährigen einen Smartphone in die Hand zu drücken und dann sozusagen sich zu denken ja falls es Probleme gibt dann lösen wir die wenn sie kommen denn die meisten Problemen erfahren die Eltern gar nicht.
00:19:51: Das bedeutet, wir brauchen hier unbedingt ganz dringend eine gesellschaftliche Normverschiebung und die kann ein solches Gesetz erreichen.
00:19:58: Genauso wie bei der Einführung des Alkoholverbots für Kinder oder von Zigaretten.
00:20:04: Wir brauchen hier bei Dingen, die Eltern nicht überblicken, unbedingt erstmal eine Orientierung und die können ein solches Mindestalter sicher helfen.
00:20:13: Ich persönlich glaube zwar ich persönlich würde sagen, sechzehn ist besser als vierzehnt.
00:20:17: Vierzehn is besser als dreizehn aber dreizehn ist bessere als nichts und deshalb glaube ich dass das richtig ist und dass die Politik sich hier langsam in die richtige Richtung bewegt.
00:20:29: auch Frankreich hat jetzt gerade einen Vorstoß gemacht mit ab fünfzehnten.
00:20:32: also da müssen sich die EU-Länder natürlich am besten noch einigen und ich glaube aber dass die Big Tech Lobbyisten grade auf Hochtouren laufen und versuchen einzelne Länder dazu zu bringen nicht zuzustimmen weil die EU ja immer möglichst gerne einstimmig vorgehen will.
00:20:47: Das wird sehr, sehr schwierig sein weil Länder wie Irland wo die ganzen Hauptquartiere der großen Giganten sitzen Milliarden Interessen haben eben nicht zuzustimmen.
00:20:57: das heißt es wird sich zeigen wo wir hier rauskommen aber dass eine... Dass wir ein gesellschaftliches Warnsignal brauchen ist aus meiner Sicht unumstritten.
00:21:07: natürlich ist das Handyproblem nicht gelöst.
00:21:10: Natürlich um gehen vierzehn und fünfzehnjährige das in zehn Minuten.
00:21:13: Aber auch in Australien wo vorschnell geurteilt wird, dass das alles nichts bringt.
00:21:18: Weil viele es umgehen.
00:21:20: In Australien kriegt seit dieser Diskussion zehnjährige eben nicht mehr Automatisch ein Smartphone und es wird ein bisschen brauchen bis die Gesellschaft hier sozusagen dazu lernt.
00:21:31: Es ist ähnlich wie zum Beispiel als eingeführt worden in Deutschland man darf Kinder nicht schlagen.
00:21:36: Da gab's in der Gesellschaft auch noch viele die sagten ja eine Ohrfeige hier und da schadet mich.
00:21:43: Wir haben ein paar Jahre später auch diese Normverschiebung hinbekommen.
00:21:46: Oder ich muss mich im Auto anschneiden, da gab es am Anfang auch das, das beschneidet meine Freiheit.
00:21:51: Inzwischen ist es völlig normal dass wir uns anschnallen im Auto und es doch richtig gut so.
00:21:56: Ich glaube das gleiche brauchen wir bei Smartphones.
00:22:00: jetzt gibt's bei den Eltern aber lustigerweise die Forderung die Schulen sollen Smartphone frei bleiben während sie selbst ihre Kinder an Nachmittag und Abend und Nacht völlig allein lassen mit Smartphones.
00:22:11: Das ist ein großer Widerspruch.
00:22:13: Ich möchte deshalb einzeln drauf eingehen.
00:22:16: Ich würde zunächst sagen an allen Schulen, an denen ich bis jetzt war die ein sogenanntes A Way For The Day Modell oder ein Build To Build so wie heißt das in Amerika Sprich, nicht nur ein Verbot in Anführungszeichen das eine Bitte ist die Handys noch auszuschalten.
00:22:32: Das gibt es ja auch als verbot is aber keins weil da läuft der Klassen Chat sogar im Unterricht weiter und in den Pausen wird auf dem Klo TikTok geschaut.
00:22:42: Das ist meiner Meinung nach keine Lösung.
00:22:44: wir brauchen Schließfächer oder andere Mechanismis die dafür sorgen dass das Gerät physikalisch aus dem Zimmer.
00:22:55: Und wenn du ein einziges Smartphone ab und zu mal vibriert in der Tasche, haben sie wieder diesen großen Störfaktor im Unterricht.
00:23:03: Außerdem berichten alle Schulen Unisono an denen ich jetzt war.
00:23:07: Es waren zwanzig dreißig Schulen die das schon eingeführt haben.
00:23:10: Die sagen alle und zwar Schüler wie Lehrer Wir sind wieder fröhlicher wir reden mehr miteinander.
00:23:16: Die Stimmung in der ganzen Schule hat sich deutlich deutlich positiver gestaltet ja?
00:23:23: Und keiner will zurück.
00:23:24: Das ist auch sehr interessant.
00:23:26: Schulen, die das eingeführt haben... Ich kenne keine einzige Schule, die zurück will.
00:23:29: Fahren wir mal so an!
00:23:31: Dann gibt es in vielen Schulen inzwischen auch sogenannte smartphonefreie Grundschulklassen und auch smartphonefreie fünfte-und sechste Klassen.
00:23:38: Das fängt immer mehr an.
00:23:41: Es nutzt einen sehr interessanten Aspekt aus.
00:23:44: Die Kinder und Jugendlichen wollen ja nur nicht die einzigen sein, die sie nicht haben.
00:23:49: Wenn Sie wissen dass keiner in der Klasse eins hat, hat auch keiner damit ein Problem.
00:23:54: Es gibt sogar viele Kinder, die froh darum sind und die ganz stolz berichten.
00:23:57: Ich gehe in eine Smartphone-freie Grundschulklasse.
00:23:59: Klammer auf!
00:24:00: Ich habe den ganzen Stress nicht.
00:24:01: Die anderen haben... ich werde nicht süchtig.
00:24:04: Ich muss nicht ertragen, dass Pädokriminelle mich anbaggern usw.
00:24:09: Die Kinder sind ja nicht doof und kriegen viel mit.
00:24:11: Und deshalb freuen sich manche auch in den Grundschulen das sie Keins haben.
00:24:15: Natürlich gibt es auch Weheti Sich nicht darüber freuen, das ist schon klar.
00:24:18: Aber es gibt eben auch bei Kindern und Jugendlichen einen Umdenken.
00:24:21: und übrigens die allermeisten Jugendlichen mit großer Mehrheit wollen unbedingt ein Mindestalter für Social Media.
00:24:30: Vielleicht können wir passend dazu nochmal über das große Handy-Experiment in Österreich sprechen.
00:24:37: Im März, zwei tausend sechsund zwanzig gab es ein landesweites freiwilliges Handie-Experiment.
00:24:44: Zweiundsebzig Tausend Schülerinnen und Schüler haben mitgemacht und einundzwanzig Tage lang freiwillig auf ihr Smartphone verzichtet!
00:24:51: Was zeigt uns so ein Experiment im Vergleich zu verboten?
00:24:56: Und was ich besonders spannend finde... Sie haben es gerade schon gesagt, wie fröhlich die Kinder eben waren.
00:25:02: Was zeigt uns dieses Experiment auch in Bezug auf dieses Suchtpotenzial?
00:25:07: Was das Ganze mit sich bringt?
00:25:11: Ich finde dieser Experiment hervorragend!
00:25:14: Es ist die beste und gleichzeitig auch zahlenmäßig einfach stärkste wissenschaftliche Untersuchen, die wir bis jetzt hatten überhaupt.
00:25:24: Sie wird lustigerweise von vielen auch medempädagogischen Institutionen verschwiegen – aber einfach nicht beachtet Denn sie bringt ein paar Erkenntnisse mit sich, die vor allem für die Digitalfirmen sehr unangenehm sind.
00:25:37: Nämlich folgendes – ich fasse das mal so zusammen!
00:25:41: Alleine das seventy-tausend Kinder und Jugendliche freiwillig mitmachen.
00:25:47: Zeigt schon der Wunsch ist da.
00:25:48: Der Wunsche ist nach mehr Erholung, der Wünsch ist nach weniger Sucht und der Wunscht nach mehr direkter persönlicher Gemeinsamkeit.
00:25:59: Also quasi direkten Austausch in physischer Gegenwart, der ist eindeutig da.
00:26:06: das lustige oder das kuriose ist.
00:26:08: wir hören ja auch in vielen Untersuchungen bei uns die Kinder wissen dass es richtig macht und nutzen trotzdem sehr viel denn sie können nicht aufhören.
00:26:18: Alleine, das ist der große Punkt.
00:26:21: Und wenn alle in der Klasse aufhören oder Großteil so wie in diesem Experiment dann sind die Kinder sehr neugierig drauf und wollen es mal ausprobieren?
00:26:29: Das ist natürlich irregut für die Selbstreflexion, wie nutze ich digitale Medien?
00:26:35: und um vielleicht mal kurz darzustellen was dort vielen vieles passiert ist.
00:26:39: In den ersten zwei drei Nächten gab's teilweise ja richtig körperliche Entzugserscheinungen, die Kinder und Jugendlichen konnten teilweise nicht mehr schlafen ohne Smartphone.
00:26:49: Und sie hatten das Gefühl die Welt zu verpassen und hatten Schweißausbrüche regelrecht.
00:26:53: Das hat sich dann gelegt und dann ab dem dritten Tag ungefähr haben alle entdeckt wenn Sie aus der Schule nach Hause kommen ihn ist unendlich langweilig weil diese Routine ich setze mich erst mal aufs Bett und gucke ein bisschen TikTok oder Insta Reels und dann ist der restliche Tag schon gelaufen die vier plötzlich weg.
00:27:10: Langeweile macht sich breit ein seltenes Gefühl.
00:27:13: Und plötzlich entdecken die Kinder, wow!
00:27:16: Den anderen ist ja auch langweilig und sie haben auch unter der Woche wieder angefangen sich zu treffen.
00:27:21: Dann haben Sie gemerkt wie schön das eigentlich ist?
00:27:24: Die große Welt wird zwar kleiner aber die kleine Welt wird größer und die Lehrkräfte haben mehr oder weniger Uni-Sono berichtet.
00:27:31: Die Schüler waren so gut drauf wie jahrelang zuvor nicht Und einige Schüler haben auch Berichte, es tut ihnen richtig weh, das Handy wieder einzuschalten.
00:27:40: Natürlich haben sie sich darauf gefreut dass sie wieder sozusagen am digitalen Leben teilnehmen können aber es war eben auch der Wehrmutz-Truffen dabei.
00:27:47: jetzt geht es wieder los mit der Sucht.
00:27:48: Mist eigentlich will ich gar nicht unbedingt und das ist wirklich interessant und da sind viele Effekte die auch... Das muss man auch ganz offen sagen von vielen medienpädagogischen Institutionen einfach tot geschwiegen werden Die Meinung vertreten, alles Digitale ist toll und man muss es nur richtig benutzen.
00:28:10: Aber die Kinder und Jugendlichen wissen, sie haben keine Chance gegen den Suchtfaktor der sozusagen... Das ist ein unfairer Kampf!
00:28:18: Wir haben hier auf der einen Seite ein Heer von nicht nur Ingenieuren sondern auch Verhaltenspsychologen, die die Algorithmen so trimmen dass man nicht widerstehen kann.
00:28:29: Und wir wissen das als Erwachsen eigentlich auch.
00:28:31: Also quasi einem Jugendlichen zu sagen, du nutzt es halt weniger ist lächerlich.
00:28:36: Wir selbst als Erwachsene sind dafür verantwortlich dass unsere Kinder das ja schon so früh benutzen.
00:28:41: wir geben ihnen Apps die Süchtig machen.
00:28:44: warum reden wir es nicht oft an?
00:28:45: Sie machen süchtig auch viele Spiele übrigens und dann ärgern wir uns später dass die Kinder süchtigt werden.
00:28:52: Und ich glaube in diesem ganzen Spiel wenn wir so anschauen wer sind die Player in dem Spiel?
00:28:58: Wir haben die Eltern, wir haben die Kinder Geräte selber, die Smartphones.
00:29:02: Aber wir haben auch die Digitalindustrie, die wir manchmal so ganz vergessen und ich glaube da sollten wir unseren Fokus drauf richten weil ich glaube sagen wir so in dem ganzen Konzert sind die Kinder garantiert am wenigsten verantwortlich für die Situation in der wir jetzt seit Jahren stecken.
00:29:17: sie sind nicht dafür verantwortlicht dass überall ja die Fähigkeiten der Kinder sinken.
00:29:23: jeder weiß es.
00:29:24: jede Untersuchung bestätigt ist die Kinder.
00:29:26: das ist die erste Generation die wir jetzt haben die quasi Ihr älter nicht mehr übertrifft seit Beginn der Messungen.
00:29:35: Da muss irgendwas passiert sein und alle Lehrkräfte wissen, sie können heute Arbeitsplätze von vor zehn Jahren nicht mehr hernehmen.
00:29:42: Sie haben auch gerade die verschiedenen Player erwähnt wenn wir über Verantwortlichkeiten sprechen.
00:29:47: Ich glaube auch, dass viele Eltern sich bei dem Thema einfach im Stich gelassen fühlen und alleine auf weiter Flur.
00:29:55: Das hat die Umfrage gezeigt.
00:29:58: Die meisten Eltern wünschen mehr Unterstützung von KI-Inhalten oder Falschnachrichten.
00:30:03: Die Hälfte weiß nicht mal wo es Anlaufstellen gibt zu diesem Thema.
00:30:07: Wir haben ja gerade über Verbote gesprochen über Smartphone freie Schulen.
00:30:11: Es wäre für Eltern viel leichter zum Kind zu sagen Pass auf!
00:30:14: Es ist eine Smartphone Freie Schule.
00:30:18: ist Social Media erst ab dreizehn, kannst du da noch nicht anmelden?
00:30:21: Du bist zehn Jahre alt.
00:30:22: Und diese Dauerleier?
00:30:24: aber alle meine Freunde haben ein Smartphone.
00:30:25: das kennt man ja von vielen Eltern.
00:30:27: Das allerdings auch gelogen ist.
00:30:32: Das muss man auch dazu sagen weil wir hätten auch gelungen in der Situation also die Behauptung alle haben eins nur ich nicht.
00:30:38: Die stimmt fast immer nicht.
00:30:42: Aber das Kinders versuchen müssen wir verstehen, weil natürlich sehen sie bei ihren eigenen Eltern bis zu zehn Jahre alt sind.
00:30:47: Sehen Sie zehn Jahre lang dass ihre eigenen Eltern das Gerät offensichtlich sehr praktisch finden und manchmal auch lachen wenn sie drauf schauen.
00:30:53: Das ist toll spannend interessant bunt bewegt sich und macht Töne.
00:30:59: Ja genau so ist es.
00:31:00: Wir haben letztendlich zurecht die Situation was die Politik die Eltern bis jetzt völlig allein lässt.
00:31:09: Weder werden Gesetze umgesetzt.
00:31:11: Es gibt ja theoretisch den Digital Services Act, wo drin steht das Apps für Kinder nicht die Kinder süchtig machen dürfen und trotzdem passiert nichts.
00:31:21: Und es liegt einfach daran weil der Gesetzgeber im digitalen Raum den digitalen Plattform maßlos unterlegen ist.
00:31:30: wer soll denn bitte sieben Millionen Apps kontrollieren?
00:31:33: Die sich ständig verändern?
00:31:34: diese Institutionen gibt es nicht.
00:31:37: Es kann auch keine geben so schnell.
00:31:39: Das heißt bis wir, es gibt auch den schönen Vergleich mit der Achterbahn die leider ab und zu mal auch Verletzte und Tote produziert, die würden wir sofort stoppen und Kinder erst wieder reinlassen wenn nachgewiesenermaßen sichergestellt ist dass dieses Produkt sicher ist.
00:31:56: das haben wir aber nicht und deshalb müssen wir die Geisterbahn für Kinder sperren.
00:32:01: Also wenn Sie mir erlauben, würde ich einmal ganz kurz so zusammenfassen.
00:32:05: Wenn man Ihnen so zuhört... Ich glaube was Ihnen wichtig ist, ist zu sagen ich möchte hier keinen Alarmismus betreiben aber es ist Zeit das wir als Gesellschaft aufwachen nicht nur die Eltern sondern alle Player die mit diesem Thema zu tun haben.
00:32:17: und im Moment herrscht Überforderung auf ganz vielen verschiedenen Seiten.
00:32:24: Panik ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber und wir wollen auch alle Menschen, die hier zuhören, die in irgendeiner Form mit Kindern zu tun haben.
00:32:30: Das betrifft ja nicht nur Eltern.
00:32:32: Nicht mit diesem Ohnmachtsgefühl entlassen.
00:32:34: also wenn wir jetzt noch mal sagen Wir gucken auf eine Schulklasse Die eben gerade mit KI und Social Media groß wird Was gibt ihnen persönlich trotzdem Hoffnung dass wir das Noch auf die Kette kriegen?
00:32:49: Ganz einfach gesagt
00:32:50: ich bin den Australien unendlich dankbar dass wir eine weltweite Diskussion angestoßen haben, die überall auf fruchtbaren Boden fällt.
00:33:00: Ich glaube die Eltern der Welt haben einfach genug sie wollen nicht mehr ihre Kinder quasi an die digitalen Industrie wenn man so will verfüttern bzw.
00:33:09: der Zugriff der jetzt einfach stattfindet und vor allem den gesellschaftlichen Druck der so hoch ist, dass viele Eltern sich gedrängt fühlen ihrem Kind mit zehn in den Smartphone zu geben.
00:33:18: Obwohl sie das gar nicht wollen weil Sie genau wissen es ist ein Gerät.
00:33:22: da passieren auch manchmal Dinge die eben ihr für Erwachsene sind und das ist ja auch so.
00:33:27: Das heißt dieser gesellschaftliche Druck auf den Eltern muss einfach aufhören solange die großen Plattformen Kinder nicht schützen.
00:33:37: Das heisst wir dürfen unseren.
00:33:39: Ich sehe es ja andersrum.
00:33:40: Ich glaube nicht, dass wir Kinder in Social Media verbieten sondern wir verbieten der Social-Media-Industrie den Zugang zu unseren Kindern.
00:33:46: und ich spreche auch lieber von einem Mindestalter als vom Wort Verbot weil das Wort Verbot triggert viele Menschen und die sagen der Staat soll aufhören zu verbieten.
00:33:56: Wir sollen das lieber alle selbst hinkriegen.
00:33:58: Ich glaube das Wort Mindestalter wird meistens von denen benutzt, die eine Regelung haben wollen Und das Wort Verbot wird ganz oft zumindest in der Diskussion von denen benutzt Die eigentlich die Interessen der Digitalindustrie lustigerweise vertreten, weil sie wissen dass dieses Wort Triggered und viele Leute eben auf Ablehnung stoßen lässt.
00:34:16: Okay das ist das einige.
00:34:18: mir macht große Hoffnung, dass es inzwischen viele Eltern gibt ich merke seit etwa einem Jahr teilweise Kinder die sagen nö ich krieg noch keins und die auch das mit Stolz vertrenten.
00:34:31: Das ist doch ganz neu!
00:34:32: Nö Ich kriege keinen's, ich will auch gar keinen's und ist auch in Ordnung.
00:34:34: so bei meinen Eltern schützen mich Was?
00:34:37: Das ist was ganz Neues.
00:34:39: Es sind natürlich nicht viele, es gibt auch viele die wollen so unbedingt egal was, sie sind noch nicht soweit aber in nahezu jeder Familie das ist zum Beispiel ein guter Indikator streiten die großen Geschwister mit den Eltern was die dem Kleinen alles erlauben weil die Großen wissen Bescheid.
00:34:56: und deshalb glaube ich und wie gesagt auch ganz ganz wichtig is die meisten Jugendlöchen die allermeisten über große Mehrheit Ein Social Media Mindestalter.
00:35:07: Die meisten, die ich befragt habe bis jetzt in Glauben ab vierzehn ist richtig.
00:35:12: Es gibt aber auch einige, die verhalten ab sechzehn und so gut wie niemand.
00:35:16: fragen sie jeden beliebigen Sechzehndjährigen Ist für ein weiter So?
00:35:21: es gibt mindestens Alter an die sich keiner hält Und die wissen Bescheid.
00:35:25: also die sollten wir.
00:35:26: Wir sollten mehr auf unsere Jugend hören oder auf junge Erwachsene, die es gerade hinter sich haben in der ganzen Diskussion.
00:35:31: Für die ist völlig, völlig klar wir brauchen eine staatliche Unterstützung durch eben ein gesellschaftliches Signal wie es zum Beispiel am Mindestalter ausstrahlen könnte obwohl das natürlich nicht alle Problemen verhebt und auch Eltern müssen sich darüber im Klaren werden.
00:35:47: viele Jugendliche verbringen heute mehr Zeit an Smartphone als im Schulunterricht.
00:35:53: Das ist auf Dauer nicht gut für unsere Gesellschaft Denn die alleinige Nutzung von digitalen Geräten führt noch nicht zu mehr Kompetenz, im Gegenteil.
00:36:04: Sie führt eher zu mehr Sucht zum Ausgesetztsein von nicht kindgerechten Inhalten um es mal höflich auszudrücken und sie führt dazu dass viele Kinder leider auch schon sehr traurig werden in der Grundschule weil sie Nachtsachen sehen die so schlimm draußen brutal oder eklig sind das sie damit nicht zurechtkommen.
00:36:22: Und das sollten wir uns ganz genau ansehen.
00:36:26: Aber das passiert ja schon auch.
00:36:27: Ich merke mehr und mehr Eltern, die sozusagen sich der Thematik zuwenden.
00:36:31: Es gab vor sechs Jahren oder vor Corona wenn ich einen Elternabend gemacht habe waren es teilweise... acht Eltern manchmal an manchen Schulen, das erlebe ich kaum noch und inzwischen haben wir schon manchmal drei Ställe gezahlen von Eltern und Kindern.
00:36:45: Und ich habe mir überlegt ganz zum Abschluss hab' ich jetzt nochmal einen kleinen persönlichen Ratgeber für die Eltern, die hier zuhören nämlich aus ihrem Buch.
00:36:53: eine kleine Zusammenfassung als Tipps für Eltern fand ich sehr hilfreich.
00:36:58: erstens In der Grundschule unter vor reicht ein Tastentelefon völlig aus.
00:37:02: Wir wollen jetzt übrigens zu Hause beispielsweise alte Festnetz-Telefon wieder einführen, damit man sich auch damit einfach verabreden kann.
00:37:10: Tappen Sie nicht in die Falle aber ich kann meinem Kind doch vertrauen, fand'n ich auch sehr hilfreich.
00:37:15: und natürlich Ihr leidenschaftliches Plädoyer eines Mindestalters Smartphones ab vierzehn und Social Media ab sechszehn.
00:37:23: Herr Wolf wenn ich sie zum Abschluss noch einmal bitten darf passend zum Titel unseres Podcasts in wirklich einem Satz zu sagen wie können wir Gesellschaft besser machen.
00:37:34: Was wäre Ihre Antwort?
00:37:36: Liebe Eltern, versteht das Medienerziehung in einer digitalen Welt der wichtigste Teil Und es wird sich lohnen.
00:37:49: Ganz, ganz herzlichen Dank!
00:37:50: Ich fand's unheimlich spannend und ich glaube wir alle müssen uns einfach darüber bewusst werden dass echte Medienkompetenz nichts technisches ist nicht mit irgendwelchen Kindersicherungs-Apps zu tun hat sondern schon beim gemeinsamen Gespräch am Esstisch beginnt ohne Zeigefinger natürlich aber mit ganz viel Haltung Offenheit und Neugier.
00:38:09: also vielen dank für diese wertvolle Einblicke und vor allem diesen praxisnahen Einblick.
00:38:13: liebe Hörerinnen und Hörern die kompletten Ergebnisse der Repräsentativen um Frage Eltern im Fokus, zwei tausend sechsundzwanzig haben wir in den Show Notes dieser Folge verlinkt.
00:38:23: Herr Wolf ich bedanke mich ganz herzlich.
00:38:25: Ich
00:38:25: auch Dankeschön.
00:38:26: Danke fürs Gespräch.
00:38:27: Alles Gute Gesellschaft besser machen.
00:38:31: eine Podcastproduktion der Körberstiftung.
00:38:34: Projektleitung Amira Naumann Moderation und Redaktion Muster Schatzader.
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